Dr. Sport – so heilt Bewegung

Bewegung trainiert unsere Muskeln und sogar die Organe. Mehr noch: Bei vielen Krankheiten ist Sport ein hervorragender Co-Therapeut.

Drei fröhlich lächelnde Menschen betreiben Nordic Walking am Feldrand.

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Bewegung ist die Medizin des 21. Jahrhunderts. Davon sind nicht nur eingefleischte Sportfans, sondern auch namhafte Wissenschaftler und Gesundheitsexperten überzeugt. Denn Fakt ist, dass Bewegung auf den menschlichen Körper einen ungeheuer positiven Einfluss hat – Organe, Gefäße und Zellen können vom Training profitieren.

Bewegung stärkt das Herz

Längst ist belegt, dass regelmäßige Bewegung Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck vorbeugen kann. Das liegt unter anderem daran, dass sportliche Aktivitäten den Herzmuskel kräftigen und so für eine effektivere Pumpleistung sorgen. Gleichzeitig kann Sport verhindern, dass sich Blutfette in unseren Gefäßen ablagern. Diese schädlichen Plaques verengen und verstopfen die Arterien – Herzinfarkt und Schlaganfall sind schlimmstenfalls die Folgen.

Um Herz und Kreislauf Gutes zu tun, müssen Sie nicht unbedingt täglich eine Stunde joggen oder im Fitnessstudio trainieren: Bereits eine geringfügige Steigerung der Bewegungsaktivität, etwa durch tägliches flottes Gehen oder Radfahren, senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann auch anderen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes entgegenwirken.

Power für die grauen Zellen

Auf unser Gehirn hat Bewegung ebenfalls positive Auswirkungen. Wer zum Beispiel Ausdauersport treibt, wird dafür mit einer verstärkten Hirndurchblutung belohnt. Außerdem regt Bewegung die Neubildung von Gehirnzellen und Verbindungen zwischen Zellen an – und ist damit ein echter Jungbrunnen fürs Oberstübchen.

Bewegung kann außerdem dazu beitragen, das Krebsrisiko zu verringern. Ein Grund: Regelmäßige sportliche Aktivität hilft, das Immunsystem zu stärken. So ist der Körper besser in der Lage, bösartig veränderte Zellen zu erkennen und zu vernichten.

Dr. Sport hilft

Nicht nur vorbeugend hat ein bewegter Lebensstil positiven Einfluss auf unsere Organe und Gefäße. Auch im Krankheitsfall kann Dr. Sport heilsam wirken. Beispielsweise bei Brustkrebs. Studien belegen, dass moderates körperliches Training die Heilungschancen verbessert und die Nebenwirkungen der Krebstherapie mildert.

Auch wenn das Herz Probleme macht, kann Bewegung oft helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Etwa dann, wen die Diagnose „koronare Herzkrankheit“ heißt. Neuere Studien haben sogar gezeigt, dass intensives Training für manche Herzpatienten besonders effektiv ist. Wurde Menschen mit einer Herzschwäche früher geraten, sich körperlich zu schonen, so heißt der Rat des Arztes heute immer öfter: Runter vom Sofa und Sport treiben – natürlich unter medizinischer Kontrolle.

Ob Herz-, Krebs- oder Diabetespatient: Für kranke Menschen ist es grundsätzlich unerlässlich, das passende Sportprogramm und die individuelle Belastbarkeit mit dem Arzt zu besprechen. Auch alle, die lange Zeit nicht mehr trainiert haben, sollten erst zum medizinischen Check-up gehen, ehe sie sportlich durchstarten.

Balsam bei Alltagsbeschwerden

Ein maßgeschneidertes, vom Arzt „verordnetes“ Aktivprogramm kann den Heilungsprozess nicht nur bei ernsthaften Erkrankungen verbessern, sondern häufig auch akute Alltagsbeschwerden lindern. So können moderate sportliche Aktivitäten Muskelverhärtungen und Verspannungen lösen, und sie sind Balsam bei Nacken- und Rückenschmerzen.

Auch viele Frauen, die von akuten Regelschmerzen geplagt werden, haben schon die Erfahrung gemacht: Nach einer Stunde Yoga, einem lockeren Waldlauf oder ein paar Bahnen im Schwimmbad sind die Krämpfe und Schmerzen wie weggeblasen. Das liegt daran, dass Bewegung die Durchblutung anregt und die verkrampfte Gebärmuttermuskulatur entspannt.

Daneben kann ein wohldosiertes Sportprogramm auch Spannungskopfschmerzen vertreiben, Schlafstörungen entgegenwirken, niedrigen Blutdruck erhöhen und den trägen Darm auf Trab bringen. Wichtig: Bei akuten Infektionen wie etwa einer Erkältung ist Sport tabu!

Eingestellt am: 27. Februar 2017