Den Beipackzettel besser verstehen

Kaum ein Patient wird auf Anhieb aus dem Beipackzettel schlau. Trotzdem sollten Sie ihn aufmerksam lesen – der Apotheker hilft Ihnen gern dabei!

Junge, lächelnde Apothekerin mit Beipackzettel und Rezept in der Hand.

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Die Gebrauchsinformation für Arzneimittel ist – mit medizinischen Fachbegriffen gespickt – nicht unbedingt eine spannende Lektüre. Ein wenig „gruselig“ wird es dann allerdings doch, wenn zahlreiche mögliche Nebenwirkungen aufgelistet werden. Spätestens an dieser Stelle entschließen sich viele Patienten, die Packungsbeilage wieder aus der Hand zu legen. Nicht selten aus Angst, die verordnete Medizin könne sie erst richtig krank machen …

Angst, Zweifel und Unsicherheit löst der Beipackzettel bei vielen Menschen aus. Dabei soll er doch eigentlich genau das Gegenteil bewirken: Sachlich informieren, für Durchblick sorgen und es leichter machen, das Arzneimittel ordnungsgemäß einzunehmen und so den größtmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen.

Fragen Sie nach!

Ganz klar: Wenn Ihnen der Beipackzettel Furcht einflößt oder Sie das medizinische Fachchinesisch einfach nicht verstehen, sollten Sie nicht zögen, den Apotheker um Rat zu fragen. Er ist schließlich der Experte, der Fachbegriffe übersetzen und Ihnen sagen kann, welche Informationen speziell für Sie wichtig sind.

Fatale Folgen könnte es haben, wenn Patienten die Packungsbeilage einfach wegwerfen oder nach der Lektüre beschließen, das Medikament gar nicht einzunehmen. Diese Entscheidungen lösen das Problem nicht – und können der Gesundheit nachhaltig schaden.

Beratung schafft Klarheit

Die Erfahrung zeigt: Nach einem Beratungsgespräch in der Apotheke atmen die meisten Patienten erleichtert auf. Denn dann wissen sie in aller Regel, dass ihre Angst vor dem Beipackzettel und bedrohlichen Nebenwirkungen unbegründet war.

Das Gesetz schreibt den Arzneimittelherstellern vor, welche Informationen auf jeder „Gebrauchsanweisung“ für Medikamente zu finden sein müssen. Unter anderem sind die Pharmahersteller dazu verpflichtet, alle bekannten Nebenwirkungen aufzuführen – auch ganz seltene, die bei weniger als einem von 10.000 Behandelten aufgetreten sind. Das erklärt, warum die Liste oft so lang ist.

Lesen Sie aufmerksam!

Grundsätzlich sollten Sie jeden Beipackzettel aufmerksam studieren. Besonders wichtig ist es, neben den Informationen zu Nebenwirkungen auch die Passagen über Gegenanzeigen, Wechselwirkungen sowie die Angaben zur Dosierung richtig zu verstehen.

Gegenanzeigen sind Krankheiten (wie zum Beispiel Allergien) oder Lebensumstände (etwa Schwangerschaft und Stillzeit), die die Einnahme des Medikaments ausschließen. Wechselwirkungen können zusammen mit anderen Arzneimitteln, aber auch mit bestimmten Lebens- oder Genussmitteln (Alkohol!) auftreten. Wechselwirkungen dürfen nicht unterschätzt werden, denn sie können dazu führen, dass die Wirkung des Arzneimittels verstärkt oder abgeschwächt wird. Die Dosierungsanleitung informiert exakt über Art und Dauer der Anwendung. An diese Anleitung sollten Sie sich halten – falls der Arzt nichts anderes verordnet hat.

Eingestellt am: 28. August 2015