Rezeptgebühr: Zuzahlungsbefreiung jetzt beantragen

Zuzahlungsfreibetrag jetzt für das neue Jahr beantragen oder Quittungen sammeln

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Chronisch kranke Menschen mit kleinem Geldbeutel können sich von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreien lassen. Für 2018 sollte der Antrag auf Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse jetzt gestellt werden.

Damit Patienten, die dauerhaft verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigen, nicht übermäßig finanziell belastet werden, gilt eine Höchstgrenze, bis zu der die Rezeptgebühr geleistet werden muss. Übersteigen die Zuzahlungen diese Grenze, können sich Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen für das laufende Kalenderjahr bei ihrer Krankenkasse von der Rezeptgebühr befreien lassen. Solange die Krankenkasse dem Antrag auf Zuzahlungsbefreiung noch nicht zugestimmt hat, muss der Patient die Zuzahlung jedoch leisten, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Wird dem Antrag dann stattgegeben, können geleistete Zuzahlungen, die zum Befreiungszeitpunkt bereits über der Belastungsgrenze lagen, von der Krankenkasse rückwirkend erstattet werden. Für Patienten, die regelmäßig Zuzahlungen über der Belastungsgrenze leisten müssen, ist es auch möglich, den Eigenanteil im Voraus der Krankenkasse zu bezahlen, um dann sofort die Befreiung zu erhalten –  so lässt sich das Sammeln von Quittungen ersparen.

Voraussetzungen für die Zuzahlungsbefreiung

Einen Antrag auf die Befreiung von Zuzahlungen können Menschen bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse stellen, wenn sie die sogenannte Belastungsgrenze erreichen. Diese richtet sich nach dem Bruttoeinkommen der Familie. Pro Kalenderjahr liegt die Belastungsgrenze bei zwei Prozent der Bruttoeinkünfte aller im Haushalt lebenden Personen. Bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei einem Prozent. Informationen, wer als chronisch krank eingestuft wird, erhält man bei seiner Krankenkasse.

Unterstützung durch die Apotheke

Wenn die Zuzahlungen die persönliche Belastungsgrenze erreicht haben, wird bei der Krankenkasse zusammen mit den Einkommensnachweisen und den Belegen über geleistete Zuzahlungen ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung für das laufende Jahr gestellt. Bei der Quittungserstellung muss beachtet werden, dass diese immer den Namen des Versicherten ausweist. Die Krankenkasse stellt nach Prüfung eine Bescheinigung aus. Beim Sammeln der Zuzahlungsbelege ist die Apotheke vor Ort behilflich.

„Wenn Patienten eine Stammapotheke vor Ort und dort eine Kundenkarte haben und mit der Speicherung ihrer Arzneimitteldaten einverstanden sind, kann diese Apotheke jederzeit eine Auflistung der Zuzahlungen erstellen“, sagt Ursula Funke.

Zwischen Zuzahlung und Aufzahlung unterscheiden

Von der Zuzahlung zu unterscheiden sind die sogenannten Aufzahlungen. Liegt der Preis eines Medikaments über dem Festbetrag, der von der Krankenkasse erstattet wird, muss der Patient nicht nur die Zuzahlung entrichten, sondern auch die Differenz zwischen Festbetrag und tatsächlichem Preis. Diese Aufzahlung muss auch bei einer vorliegenden Zuzahlungsbefreiung geleistet werden.

Eingestellt am: 10. Januar 2018