Auch bei Schnee sicher Rad fahren

Wer auch bei einer geschlossenen Schneedecke nicht vom Radfahren lassen kann, ist mit Spikesreifen bestens beraten - und für den Fall der Fälle mit einem Radhelm.

Foto: www.pd-f.de/Gregor Bresser

Bei Schnee sicher Rad fahren, das ist durchaus möglich. Mit unseren Tipps können Sie sich auch auf verschneite Pisten wagen.

1. Auch für Fahrräder gibt es Winterreifen

Wer auch bei Schnee sicher Rad fahren möchte, sollte Winterreifen aufziehen. Geeignet sind auch Ganzjahresreifen – sie haben im Vergleich zu anderen Trekkingreifen ein Lamellenprofil sowie eine spezielle Gummimischung, die besseren Halt verspricht. Bei vereisten Strecken sind Spike‐Reifen unbedingt zu empfehlen. Diese sind bei Fahrrädern im Gegensatz zum Auto erlaubt. Die Spikes krallen sich am Boden fest und verhindern ein Wegrutschen der Räder.

2. Den Reifendruck reduzieren

Wer keinen Winterreifen hat oder den Austausch scheut, sollte den Luftdruck auf den Minimaldruck reduzieren. Dadurch wird die Auflagefläche des Profils vergrößert und die Traktion etwas verbessert. Zur richtigen Einstellung des Luftdrucks brauchen Sie eine Luftpumpe mit Manometer. Mountain‐ und Fatbiker haben hier generell den Vorteil, dass das Profil eine bessere Traktion bietet und sich schneller reinigt. Deshalb nutzen manche Radler ein altes Mountainbike als Winterfahrrad. Auch für Spike‐Reifen gilt der Luftdrucktipp: Bei Maximaldruck rollen sie zwar besser, aber bei Minimaldruck greifen mehr Spikes.

3. Die Kette gut pflegen

Damit die Kette bei Schnee und Matsch nicht rostet und so Teile der Schaltung beschädigt, sollte man sie gerade im Winter regelmäßig pflegen. Für den Wintereinsatz sind wasserabweisende, hochviskose Kettenöle zu empfehlen. Sie sind darauf ausgelegt, dass sie auch bei Schnee die Schmierwirkung aufrecht erhalten. Zusätzlich hilft im Winter Kettenwachs, um eine zusätzliche Schutzschicht auf der Kette aufzutragen. Ein Kettenschutz kann Schmutz oder Schnee abweisen. Für Ganzjahresfahrer mit Nabenschaltung eignen sich auch „EPT“-Ketten mit Antirost‐Beschichtung oder ein komplett rostfreier und fast nicht pflegebedürftiger Riemenantrieb.

4. Das Licht richtig einstellen

Wer bei Schnee sicher Rad fahren will, sollte auch tagsüber mit Licht unterwegs sein. Prüfen Sie die richtige Montage des Scheinwerfers: Wichtig ist, den Gegenverkehr nicht zu blenden und dabei selbst zu sehen und gesehen zu werden. Zur groben Orientierung sollte der hellste Fleck des Scheinwerfers etwa zehn Meter vor dem Rad auf der Straße liegen.

5. Die Bremsen checken

Matsch, Schnee und Tauwasser beschleunigen den Verschleiß der Bremse. Deshalb empfiehlt es sich, die Bremsfunktion stets im Blick zu behalten. Hydraulische Scheibenbremsen haben generell den Vorteil, dass sie weniger vom Wetter abhängig sind als Felgenbremsen. Die Bremsbeläge sollten noch ungefähr 1,5 Millimeter dick sein. Bei Felgenbremsbelägen gibt es gut sichtbare Einkerbungen auf den Bremsflächen. Sind sie weg, heißt es: Bremsbelag tauschen. Dabei hilft auch gerne der Fachmann.

6. Bei E‐Bikes an die verringerte Akkuleistung denken

Wenn E‐Biker bei Schnee sicher Rad fahren möchten, müssen sie bedenken: Kälte verringert die Akku‐Leistung. Deshalb sollte im Winter der Akku am besten bei Zimmertemperatur gelagert und geladen und erst kurz vor Fahrtbeginn ins Rad eingesetzt werden. Ein Neopren‐Cover hilft dem Akku, seine Betriebstemperatur zu erreichen und auch zu behalten. Außerdem schützt ein solches Cover den Akku vor Nässe.

7. Passende Kleidung tragen

Wärmende und isolierende Jacken sind bei Schnee Pflicht. Für drunter orientieren Sie sich am besten am sogenannten Zwiebelprinzip. Eine dünne Schicht Funktionsunterwäsche als Basis übernimmt den Feuchtigkeitstransfer – Merinowolle hat sich hier bewährt. Die Isolationsschicht (z. B. Pullover oder Fleece) hilft, die Körperwärme zu speichern. Die wetterfeste Oberschicht schützt gegenüber äußeren Einflüssen. Natürlich sollte die Kleidung Reflektoren zur besseren Sichtbarkeit aufweisen.

8. Vorausschauend fahren

Vereiste Stellen oder Schneeverwehungen stellen für Radfahrer im Winter eine hohe Gefahrenquelle dar. Dann heißt es: Am besten nicht lenken oder bremsen, gelassen bleiben und das Rad ausrollen lassen. Um die Gefahren zu minimieren, sollten Sie möglichst vorausschauend fahren. Bei Schnee können rutschige Stellen auch schnell verdeckt sein. Deshalb lieber frühzeitig bremsen und das Tempo immer vor der Kurve drosseln. Ein Tipp: Wenn Sie den Sattel etwas tiefer stellen, kommen Sie im Notfall mit beiden Füßen besser auf den Boden. Das erhöht das Sicherheitsgefühl und erleichtert das Abfangen, falls Sie doch einmal ins Schlingern geraten.

9. Kinder gehören in den Anhänger

Bei Schnee wäre es zu gefährlich, das Kind in einem Fahrradsitz auf dem Gepäckträger mitzunehmen. Radelnde Eltern wissen darum gerade in den Wintertagen die Vorzüge eines Kinderanhängers zu würdigen. Im Anhänger kann das Kind zusätzlich durch einen Fußsack vor Kälte geschützt werden. Noch besser sind dreirädrige Fahrräder: Sie sind äußerst kippstabil, deshalb macht ein kleiner Rutscher auf winterlichen Straßen gar nichts.

Eingestellt am: 10. Januar 2019