Medikamente einnehmen: Lassen Sie sich beraten!

Für den Erfolg einer Therapie ist die richtige Anwendung des Medikaments entscheidend. Patienten sollten sich daher in ihrer Apotheke beraten lassen.

verschiedene Medikamente

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Viele Arzneimittel können nicht einfach mit Wasser geschluckt werden. Dazu zählen zum Beispiel Augentropfen, Antibiotika-Trockensäfte, Injektionsspritzen und wirkstoffhaltige Schmerzpflaster. Ihre richtige Anwendung ist nicht einfach, Patienten sollten sich deshalb vom Apotheker beraten lassen. Ganz praxisnah und in aller Ruhe kann die korrekte Handhabung auch mit wirkstofffreien Mustern demonstriert oder geübt werden.

Augentropfen

Anwendungsprobleme bei Augentropfen kommen häufig vor. Der Apotheker kann den Patienten beraten, wie das Tropfen einfach von der Hand geht. Am besten gelingt es, wenn der Kopf in den Nacken gelegt, der Bindehautsack mit dem Finger leicht heruntergezogen und dann getropft wird. Das Auge schließen, nicht zukneifen, und mit dem Finger leicht auf die Innenseite des Auges drücken. Damit wird der Abfluss des Medikamentes verzögert. Tipp: Am besten den Augapfel mit geschlossenen Lidern bewegen, so können sich die Tropfen gut verteilen. Werden verschiedene Augentropfen verwendet, sollten 15 Minuten zwischen den einzelnen Anwendungen liegen, dann können alle Präparate ihre Wirkung gut entfalten.

Antibiotika-Trockensaft

Vor allem Kinder, die die notwendige Dosis nicht in Tablettenform schlucken können, aber auch Patienten mit Schluckstörungen werden mit Antibiotika-Trockensäften versorgt. Trockensäfte sind sogenannte Suspensionen: Das Pulver wird in der Flasche aufgeschüttelt und mit der vorgeschriebenen Menge Wasser versetzt. Vor der Einnahme muss die Flasche solange kräftig geschüttelt werden, bis es keinen Bodensatz mehr gibt. Für die gleichmäßige Dosierung muss der Saft vor jeder Einnahme gut geschüttelt werden.

Insulinpens

Insulinpens sind bei Raumtemperatur bis zu vier Wochen verwendbar und müssen nicht im Kühlschrank gelagert werden. Vor der Injektion muss sichergestellt werden, dass sich keine Luft in der Patrone befindet, nur so wird die Dosiergenauigkeit gewährleistet. Der Pen wird mit aufgeschraubter Nadel nach oben gehalten und mit dem Finger angeklopft, die Luft wandert nach oben und kann herausgespritzt werden. Handelt es sich um eine Insulinsuspension, muss sie vor dem Injizieren gut durchmischt werden, damit sich die feinen, nicht-löslichen Teilchen in der Flüssigkeit verteilen. Den Pen dazu mehrfach um 180 Grad wenden und zwischen den Handflächen rollen. Wichtig: Nadeln sind Einmalartikel, die bei der Benutzung abstumpfen. Sie sollten nicht mehrfach benutzt werden, sonst kann die Injektion schmerzhaft sein und kleine Verletzungen oder Entzündungen hervorrufen. Zur richtigen Dosierung und Injektionstechnik kann der Apotheker ausführlich beraten, Patienten können sich alles genau erklären lassen und gemeinsam mit ihm üben.

Retardtabletten

Ihr Äußeres unterscheidet sie nicht unbedingt von anderen Tabletten, doch die Retardtablette setzt die enthaltenen Wirkstoffe zeitverzögert frei. Der Apotheker erklärt dem Patienten in einem Beratungsgespräch, wie diese Tabletten richtig eingenommen werden. Erfolgt die Einnahme nicht bestimmungsgemäß, kann es passieren, dass die Wirkstoffe sofort und nicht wie gewünscht zeitverzögert abgegeben werden. Der Patient erhält so zu einem unkalkulierbaren Zeitpunkt eine höhere oder sogar zu hohe Dosis mit verkürzter Wirkungszeit. Retardtabletten sollten am besten immer zum gleichen Zeitpunkt und unter den gleichen Bedingungen eingenommen werden.

Schmerzpflaster

Über ein Schmerzpflaster können stark wirksame Schmerzmittel direkt in die Haut abgegeben werden. Vorteil: Bei regelmäßiger Anwendung hat das Pflaster über die gesamte Klebezeit eine praktisch gleichstarke, schmerzlindernde Wirkung. Das Pflaster wird gemäß Angabe im Beipackzettel gewechselt, der Patient kann damit problemlos duschen. Vor dem Aufbringen auf den Oberkörper oder Oberarm wird die unbehaarte Haut mit Wasser gereinigt. Das Schmerzpflaster wird aufgeklebt und mit der flachen Hand etwa 30 Sekunden aufgedrückt. Steht ein Pflasterwechsel an, wird das neue Pflaster an einer anderen Stelle aufgebracht. Achtung: Weder neue noch gebrauchte Schmerzpflaster dürfen in die Hände von Kindern gelangen. Auch nach dem Gebrauch enthalten sie noch erhebliche Mengen an Wirkstoff. Auch eine unbeabsichtigte Übertragung des Wirkstoffs ist möglich, wenn der Patient und das Kind zum Beispiel in einem Bett schlafen – deshalb ist darauf zu achten, dass sich das Pflaster nicht versehentlich löst. Bei der Aufbewahrung sollten Patienten ebenfalls an die Sicherheit von Kindern denken und Schmerzpflaster außer Reichweite lagern.

Eingestellt am: 26. April 2017