Am Flughafen landen auch gefährliche Keime

Mit dem Flugzeug reisen oft auch gefährliche Bakterien um die Welt. Eine Studie ergab: Sie verbreiten sich vor allem über die Toiletten im Flughafen.

Menschen am Flughafenterminal

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Jeder Flughafen ist auch für Bakterien ein Umsteigeplatz. Das stellten Wissenschaftler der Westfälischen-Universität Münster und des Robert Koch-Instituts fest. Sie haben weltweit auf 140 Flughäfen Proben von den Türklinken der Toiletten genommen.

Dabei fanden die Forscher zahlreiche Krankheitserreger – darunter auch gefährliche Keime, die gegen viele Antibiotika resistent sind.

Bakterien fliegen um die Welt

Insgesamt haben die Forscher um Dr. Frieder Schaumburg und Professor Karsten Becker vom Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Münster 400 Türklinken von 136 Flughäfen in 59 Ländern auf Bakterien untersucht. Die Abstriche stammen aus der Zeit von Dezember 2012 bis November 2015.

Die inneren Türgriffe der Toilettenkabinen eignen sich besonders als Untersuchungsobjekt, denn eine Türklinke wird von einer Vielzahl an Menschen genutzt. Zudem ist sie der letzte Kontakt, den die Besucher nach dem Toilettengang haben, bevor sie sich die Hände waschen. Die Türklinke ist dann besonders mit Keimen belastet.

Von den Türklinken-Abstrichen wurden die daran haftenden Bakterien auf Spezialnährmedien angezüchtet und identifiziert. Die Forscher analysierten die Spezies und das Erbgut jedes gefundenen Erregers.

Resistente Superkeime im Gepäck

Die Annahme der Forscher, dass Fluggäste auch sogenannte multiresistente „Superkeime“ von Reisen in ferne Länder in ihr Heimatland mitbringen können, wird durch die Funde bestätigt. So war einer der in Paris gefundenen gefährlichen Erreger höchst ungewöhnlich für diese Region. Hauptsächlich kommt er in Indien vor – muss also von Reisenden nach Europa gebracht worden sein.

Das Brisante daran: Dieser Erregertyp stellt ein erhebliches Risiko für den Menschen dar, denn er kann zu Infektionen an verschiedensten Stellen des Körpers führen. Dabei ist er resistent gegen die am besten wirksamen Antibiotika.

Auch wenn die Belastung der untersuchten Türklinken insgesamt gering ist: Die Studie belegt, dass international reisende Fluggäste gefährliche Keime erwerben und verbreiten können.

Hände-Hygiene beugt vor

Das Fazit der Studienautoren: Egal an welchem Ort beziehungsweise Örtchen: Gründliches Händewaschen nach der Toilettenbenutzung ist ein Muss. Die Experten raten außerdem, auf öffentlichen Toiletten den Hautkontakt mit Oberflächen so gering wie möglich zu halten. Empfehlenswert kann unterwegs auch statt Seife die Nutzung eines alkoholischen Händedesinfektionsmittels sein.

Eingestellt am: 17. Mai 2017