Silvester: Vorsicht Knalltrauma!

Wer es zum Jahreswechsel richtig krachen lässt, schädigt damit eventuell sein Gehör: Das Knalltrauma zählt zu den häufigsten Nachwirkungen der Silvesternacht.

Menschen beobachten Feuerwerk.

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Raketen, Kugeln, Bomben, Kreisel oder Fontänen – kein Silvester ohne Feuerwerk. Kaum sind die Weihnachtstage vorbei, geht es los: Vom Tischfeuerwerk über Batteriefeuerwerk bis hin zum Kanonenschlag bietet moderne Pyrotechnik für jeden Geschmack etwas. Allerdings nicht nur Schönes: Zu den möglichen Gesundheitsschäden zählt neben Verbrennungen vor allem das Knalltrauma.

Gekauft wird, was gefällt und möglichst viel Aufmerksamkeit für Auge und Ohr erregt. Sprühende Fontänen, explosive Raketen oder donnernde Knallketten – Hauptsache es ist laut und bunt. Silvesterböller erreichen auf der Lärmskala bis zu 170 Dezibel. Ab 120 Dezibel kann das Ohr dauerhaft geschädigt werden. Im Fachjargon heißt das Knalltrauma. Es wird unter anderem durch Knallkörper, die dicht am Ohr explodieren, oder Pistolen- und Gewehrschüsse verursacht.

Bei Knalltrauma schnell zum Arzt

Betroffene haben das Gefühl eines verstopften Ohres, hören schlecht, haben Schwindelgefühle oder Ohrgeräusche. Wenn sich diese Symptome nicht binnen 48 Stunden zurückbilden, sollte umgehend eine ärztliche Behandlung eingeleitet werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser.

Eva Keil-Becker von der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e. V. empfiehlt: „Vorbeugung ist die beste Medizin. Besorgen Sie sich vor dem Jahreswechsel Gehörschutz. Der Hörgeräteakustiker berät Sie dazu unverbindlich und fachgerecht.“ Zusätzlich ist es ratsam, sich an Silvester möglichst weit weg von Raketenbatterien und Böllern aufzuhalten – und auch darauf zu achten, dass Kinder einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten.

Wer zum Jahreswechsel nicht auf besondere Effekte verzichten mag, kann auf Leuchtfeuerwerke ausweichen oder sich im Fachhandel mit speziell als „leises Feuerwerk“ gekennzeichneten Knallkörpern, Feuerschriften oder extra großen Wunderkerzen eindecken – getreu dem Motto: „Ich passe auf meine Ohren auf!“

Eingestellt am: 27. Dezember 2016