Putzen gegen Parodontitis

Putzen gegen Parodontitis

Foto © TePe D-A-CH GmbH

Die Mundgesundheit spielt eine wichtige Rolle für die Allgemeingesundheit. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose. Putzen gegen Parodontitis nützt also dem ganzen Menschen. Und bitte auch die Zahnzwischenräume nicht vergessen.

Gesund beginnt im Mund: Kommt es bei unzureichender Mundhygiene zu einer Parodontitis, gefährdet diese chronische Zahnfleischinfektion nicht nur den Halt der Zähne, sondern auch die Allgemeingesundheit. Zum erfolgreichen Putzen gegen Parodontitis gehört neben der normalen Zahnpflege auch die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume – zum Beispiel mit Interdentalbürsten.

Bei fortgeschrittener Parodontitis ist das Zahnbett komplett entzündet. Wird die Erkrankung nicht wirksam bekämpft, können Bakterien aus den Zahnfleischtaschen ins Blut gelangen und in den Körper vordringen. Manche Krankheitserreger sind in der Lage, sich in den Zellen der Gefäßwand festzusetzen und dort Entzündungen hervorzurufen, die einer Verkalkung der Adern Vorschub leisten. So ließen sich in den Herzkranzgefäßen von Infarktpatienten die gleichen Bakterien nachweisen, die auch bei Parodontitis eine maßgebliche Rolle spielen. Tägliche und sorgfältige Mundhygiene ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit.

Parodontitis bleibt oft lange unerkannt

Das mehrfache Zähneputzen hat sich zwar als tägliche Routine etabliert. Aber die Zahnzwischenräume werden noch oft vergessen. 65 Prozent der Deutschen putzen seltener als einmal täglich ihre Zahnzwischenräume. 35 Prozent glauben sogar, dass es ihnen auch ohne Zahnzwischenraumpflege gut geht; sie halten Zahnseide oder Interdentalbürsten für unnötig. Doch leider stimmt das nicht. Parodontitis ist neben Karies die häufigste chronische Erkrankung des Menschen. Schon bei den 35- bis 44-Jährigen leiden 51 Prozent an einer moderaten bis schweren Parodontitis, bei Senioren ist der Prozentsatz noch höher. Weil sie im Anfangsstadium oft unauffällig verläuft, bleiben viele Fälle unerkannt.

Gründliches Putzen gegen Parodontitis schützt nicht nur die Zähne. In einer großen Studie aus Großbritannien wurde festgestellt, dass Parodontitis mit einem erhöhten Risiko von Bluthochdruck einhergeht – und damit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch Atemwegserkrankungen, Rheuma und Schuppenflechte werden in Zusammenhang mit Parodontitis gebracht. Um aufzuzeigen, ob sogar das Demenzrisiko durch eine Parodontitis erhöht wird, haben sich Forscher den typischen Leitkeim für Parodontalerkrankungen eingehender angesehen und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Sie konnten sowohl das Bakterium als auch seine Neurotoxine im Gehirn verstorbener Alzheimer-Patienten  nachweisen.

Auf die richtige Putztechnik kommt es an

Zweimal täglich mindestens zwei Minuten putzen – so lautet die Empfehlung der Bundeszahnärztekammer. Die meisten Menschen in Deutschland bemühen sich auch, diesen Ratschlag zu befolgen. Studien zeigen aber, dass es der Mehrheit nicht gelingt, eine effektive Mundhygiene zu betreiben. Das beginnt schon bei der Putzdauer: So halten die Benutzer von Handzahnbürsten im Durchschnitt nicht einmal eine Minute durch; in dieser kurzen Zeit ist es aber unmöglich, alle Zähne gründlich zu säubern. Hinzu kommt oft eine falsche Putztechnik, vor allem bei den Erwachsenen. Viele schrubben mit der Bürste nur hin und her, und dies auch mit zu starkem Druck. Hoher Krafteinsatz kann jedoch auf Dauer den Zahnschmelz schädigen und das Zahnfleisch verletzen – es zieht sich zurück und legt die empfindlichen Zahnhälse frei. Das Gefühl für den idealen Anpressdruck bekommt, wer mit dem Kopf seiner Zahnbürste auf eine Küchenwaage drückt, bis diese etwa 150 Gramm anzeigt.

Interdentalbürsten erreichen auch die Zwischenräume

Die Zahnbürste allein reinigt bestenfalls nur etwa 60 Prozent der Zahnoberflächen, weil sie die Zwischenräume kaum erreicht. Genau dort verbleibt dann häufig bakterielle Plaque, was zu Karies und Parodontitis führen kann. Abhilfe bringen Interdentalbürsten. Sie füllen die Zahnzwischenräume am besten aus und helfen so gegen Zahnfleischentzündungen. Einmal täglich sollten die Hilfsmittel zur Interdentalreinigung zum Einsatz kommen. Wo die Zahnzwischenräume besonders eng sind, ist Zahnseide eine Alternative.

Eingestellt am: 23. April 2020