Medikamente: Nebenwirkung Müdigkeit

Verschiedene Arzneimittel können als Nebenwirkung Müdigkeit hervorrufen. Wer sich häufig tagsüber schlapp und schläfrig fühlt, sollte den Apotheker darauf ansprechen.

Müde Frau betrachtet Tablette.

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Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte immer einkalkulieren, dass jedes Mittel auch unerwünschte Effekte haben kann. So ist zum Beispiel die Nebenwirkung Müdigkeit gar nicht selten, erklärte die Apothekerin Hiltrud von der Gathen bei einem internationalen Fortbildungskongress für Pharmazeuten im Januar 2017.

„Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte mit dem Apotheker auch über diese Nebenwirkungen sprechen“, betonte Hiltrud von der Gathen. „Ein solches Beratungsgespräch kann verhindern, dass man gegen eine möglicherweise vermeidbare Nebenwirkung ein weiteres Mittel einnimmt.“

Abführmittel, Diuretika, Blutdrucksenker: Nebenwirkung Müdigkeit

Dass zum Beispiel Medikamente gegen Schlafstörungen auch tagsüber müde machen können, leuchtet jedem Menschen ein. Aber es gibt viele Arzneimittel, bei denen die Anwender von der Nebenwirkung Müdigkeit überrascht sind. So fühlen sich zum Beispiel Patienten müde, die zu wenig oder zu viel Kalium im Blut haben. Ursache kann eine zu hohe Dosis von Abführmitteln oder entwässernden Diuretika sein.

Von der Gathen: „Diuretika können auch durch eine Austrocknung müde machen. Deshalb ist es wichtig, während der Behandlung mit Diuretika genug zu trinken.“ Wenn Blutdrucksenker eingenommen werden, sinkt der Blutdruck teilweise recht deutlich. Das kann Bluthochdruck-Patienten vor allem zu Beginn der Behandlung schlapp machen.

Schlafstörungen durch Medikamente

Viele Menschen nehmen an, dass Psychopharmaka grundsätzlich müde machen. Doch das stimmt so nicht: Ob die Nebenwirkung Müdigkeit auftritt, hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab – die Einnahmezeit sollte daran angepasst werden. Zum Beispiel macht das gegen Depressionen eingesetzte Venlafaxin eher wach und wird deshalb bevorzugt morgens eingenommen. Antidepressiva mit dem Wirkstoff Mirtazapin wirken dagegen beruhigend und werden vor allem abends eingenommen.

Einige Medikamente können auch zu Schlafstörungen führen. Fehlt die nächtliche Erholung, tritt tagsüber als Nebenwirkung Müdigkeit auf. So enthalten zum Beispiel manche Erkältungspräparate Pseudoephedrin. Dieser Wirkstoff hilft gegen Schnupfen, macht aber als Nebenwirkung wach. Die Einnahme am Abend ist daher möglichst zu vermeiden. Auch Diuretika können den Schlaf stören, wenn sie erst abends eingenommen werden und der Patient deshalb nachts die Toilette aufsuchen muss.

Eingestellt am: 15. Juni 2017