Umfrage: MS-Patienten bevorzugen Tabletten

Eine Umfrage ergab MS-Patienten bevorzugen Tabletten

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Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung, die die Patienten vor große Herausforderungen stellt und ihre Lebensqualität stark einschränkt. Für viele MS-Patienten ist die Therapie belastend und mit Einschränkungen verbunden – sie wünschen sich mehr Freiheit, wie eine aktuelle Umfrage ergab.

Um die bestehenden Bedürfnisse von MS-Patienten genauer zu bestimmen, führte das Marktforschungsunternehmen Produkt + Markt eine Umfrage unter MS-Patienten durch. Ein zentrales Resultat der Umfrage ist, dass rund 25 Prozent der MS-Patienten, die eine Injektionstherapie bekommen, im Alltag oft mehr unter der Belastung durch die Therapie und den notwendigen Kontrolluntersuchungen leiden als unter der MS selbst.

Hauptursache sind die komplexen Einnahmevorschriften und belastende Kontrolluntersuchungen, die teilweise zu erheblichen Einschränkungen im Alltag der MS-Patienten führen. Die regelmäßigen Injektionen und Infusionen verlangen einen genauen Therapieplan und eine strenge Disziplin der Patienten, was ebenfalls auf Kosten der Lebensqualität geht. Die Umfrage belegt zudem: Jeder zweite MS-Patient fühlt sich durch die häufigen Injektionen weniger gesund – trotz der Behandlung.

Lieber Tabletten als Injektionen

Im Einzelnen ergab die Umfrage folgendes:

  • Über die Hälfte der Befragten MS-Patienten erhält die Therapie per Injektion oder Infusion (56 %).
  • Jedem dritten Patienten (31 %) fällt die korrekte und regelmäßige Injektion seiner Medikamente schwer.
  • Mit der korrekten, regelmäßigen Einnahme von Tabletten haben dagegen nur 6 % der Patienten Probleme.
  • Mehr als die Hälfte der Patienten mit Injektionstherapie (58 %) berichtet von Beschwerden, die sie auf ihre Therapie zurückführen – Patienten mit Tabletten haben solche Beschwerden nur halb so oft (26 %).
  • Bei Injektionstherapie hat fast jeder Zweite (44 %) verstärkt das Gefühl, nicht gesund zu sein. Bei oralen Therapien geht es nur jedem vierten Patienten so (26 %).
  • Über ein Drittel (36 %) der Befragten, die sich ihr Medikament injizieren müssen, fühlt sich dadurch in Alltag- und Freizeitgestaltung eingeschränkt. Bei Patienten, die nur Tabletten erhalten, sind es dagegen nur drei Prozent.
  • Jeder vierte Patient (25 %) mit Injektionstherapie gibt zudem an, mehr unter der Belastung durch Therapie und Kontrolluntersuchungen zu leiden als unter der MS selbst – nur jeder zehnte (11 %) mit oraler Therapie teilt diese Einschätzung.
  • Jeder Fünfte hat deshalb die Therapie sogar schon einmal selbstständig abgesetzt.
  • Tabletten sind die Darreichungsform der Wahl: 80 Prozent der Patienten würden orale Medikamente bevorzugen.
  • Längere einnahmefreie Zeiten? Acht von zehn Befragten (84 %) wünschen sich eine solche Therapieoption.
  •  79 % der Betroffenen würden ihre Medikamente dabei gerne nur einmal täglich oder noch seltener einnehmen.

Wunsch nach mehr Freiheit: Orale Therapien und einnahmefreie Zeiten

Fazit: Im Zentrum stehen für die Patienten längere Einnahmepausen ohne Wirkverlust, damit sie im Alltag weniger an die Erkrankung erinnert werden und wieder mehr Freiheit und Selbstständigkeit erleben. Neben dieser therapiefreien Zeit, die sich acht von zehn Patienten wünschen, setzen viele große Hoffnung auf eine orale Therapie, die seltener eingenommen werden muss. Denn die heute zur Verfügung stehenden Therapien in Tablettenform müssen häufig täglich oder mehrmals täglich eingenommen werden.

Informationen und Hilfe finden MS-Patienten zum Beispiel bei diesen Selbsthilfeorganisationen:

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)

Initiative Selbsthilfe Multiple Sklerose Kranker (MSK)

Eingestellt am: 29. Januar 2018