Medikamente brauchen Hitzeschutz!

Viele Arzneimittel können bei hochsommerlichen Temperaturen verderben, sie brauchen Hitzeschutz. Wie Medikamente cool bleiben, weiß Ihr Apotheker.

Blau-weißer Sonnenschirm

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Die Sonne knallt vom Himmel, das Thermometer knackt die 30-Grad-Marke. Für viele Arzneimittel ist das Sommerwetter alles andere als zuträglich, ohne Hitzeschutz verlieren sie womöglich ihre Wirksamkeit. Die meisten Medikamente bevorzugen eine dunkle, kühle und trockene Umgebung – auf Hitze reagieren sie empfindlich und werden nicht selten unbrauchbar.

Hitzeschutz fürs Insulin

Extrem empfindlich ist Insulin, das aus gutem Grund im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Wird das Hormon hohen Temperaturen ausgesetzt, büßt es seine Wirksamkeit ein, versagt also als Blutzuckersenker. Deshalb sollten Diabetiker Insulin auf keinen Fall in der prallen Sonne liegen lassen und es sowohl zu Hause als auch auf Reisen konsequent vor Hitze schützen. Tipp: Unterwegs kann Insulin in einer speziellen Kühlbox aus der Apotheke sicher transportiert werden.

Auch viele andere Medikamente stehen mit der Hitze auf Kriegsfuß. Dazu gehören beispielsweise Zäpfchen, die im Hochsommer regelrecht dahinschmelzen können. Kühlen sie anschließend wieder ab, ist es möglich, dass sich der Wirkstoff in der Zäpfchen-Grundlage nicht mehr gleichmäßig verteilt. Und das bedeutet: Ein einmal geschmolzenes Zäpfchen ist unbrauchbar.

Gele wiederum können sich bei Hitze verflüssigen, Cremes und Salben ihre Konsistenz verändern und dadurch ebenfalls unbrauchbar werden. Sonne und Hitze gar nicht vertragen können Aerosole, die unter Druck stehen: Bei starker Erwärmung können die Spraydosen aufreißen oder explodieren.

Kühlen mit Köpfchen

All dies lässt sich gut vermeiden, wenn Sie Ihre Hausapotheke an einem möglichst kühlen Ort aufbewahren, zum Beispiel im Flur oder Schlafzimmer. Und unterwegs gilt: Arzneimittel nie in der prallen Sonne oder im heißen Auto liegen lassen. Bei einer Außentemperatur von 30 Grad im Schatten kann es im geparkten Wagen leicht 70 Grad heiß werden. Das halten Arzneimittel definitiv nicht aus! Vorbeugen kann, wer wärmeempfindliche Inhalte der Reiseapotheke bei großer Hitze in einer Kühltasche verstaut.

Wichtig zu wissen ist auch, dass bereits aufgeklebte Schmerzpflaster bei Hitze stärker wirken und es so zu einer Überdosierung kommen kann. Der Grund: Erhöht sich die Temperatur der Haut, gelangen die stark wirksamen schmerzstillenden Wirkstoffe schneller hindurch und werden vermehrt ins Blut aufgenommen. Deshalb gilt: Schmerzpatienten sollten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor intensiver Sonne schützen und sich soweit wie möglich in kühlen Räumen aufhalten.

Eingestellt am: 1. August 2017