Kleines Schmerzmittel-ABC

Auf weissen Tabletten steht in roten 3D-Buschstaben das Wort Schmerz.

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Sie helfen bei Kopfweh, Gelenkbeschwerden, Hexenschuss oder Gliederschmerzen im Rahmen einer Erkältung: frei verkäufliche Schmerzmittel. Das sollten Sie über die rezeptfreien Wirkstoffe wissen.

Nicht für jeden Schmerz ist ein eigenes, ganz spezielles Schmerzmittel notwendig. Die meisten Präparate sind für viele Schmerzarten einsetzbar. Dennoch gibt es Unterschiede, die man bei der Auswahl berücksichtigen sollte. Generell wichtig: In den allermeisten Fällen ist der Schmerz an sich kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Warnsignal des Körpers. Nehmen Sie Schmerzmittel deshalb mit Bedacht ein und gehen Sie der Ursache Ihrer Schmerzen in jedem Fall auf den Grund.

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (ASS) wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Selbst wenn es für einzelne Schmerzarten spezifisch wirkende Mittel gibt, ist Acetylsalicylsäure in der Regel für die Anfangsbehandlung geeignet. Die Wirkung tritt nach etwa 30 Minuten ein und hält vier bis sechs Stunden an. Allerdings bewirkt das Mittel auch eine Blutverdünnung. Bei blutenden Wunden, etwa nach Verletzungen, Operationen oder einer Zahnextraktion, ist es also nicht das Mittel der Wahl.

Diclofenac

Diclofenac hat eine entzündungshemmende, schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung. Der Wirkungseintritt variiert zwischen einer halben und zwei Stunden, die Wirkung hält in der Regel sechs bis acht Stunden und damit länger an als bei Acetylsalicylsäure. Diclofenac wird oft bei Schmerzen verwendet, die im weitesten Sinne rheumatisch bedingt sind, zum Beispiel bei Gelenk- und Muskelschmerzen.

Ibuprofen

Ibuprofen wird häufig zur Behandlung von Kopf-, Zahn-, Gelenk- und Muskelschmerzen verwendet, kommt aber auch bei Menstruationsbeschwerden zum Einsatz. Ibuprofen liegt in Arzneimitteln als Säure oder als Natrium-, Arginin- oder Lysinsalz vor. Studien deuten darauf hin, dass die Wirkung schneller eintritt, wenn Ibuprofen als Salz statt als Säure eingenommen wird, weil es sich besser löst und so schneller absorbiert werden kann. Die Wirkdauer wird mit sechs bis acht Stunden angegeben.

Naproxen

Naproxen ist in seinem Wirkprofil am ehesten mit Diclofenac vergleichbar. Die Wirkung tritt nach ein bis zwei Stunden ein und hält bis zu zwölf Stunden an. Naproxen ist damit das am längsten wirkende frei verkäufliche Schmerzmittel.

Paracetamol

Paracetamol wirkt nicht entzündungshemmend, zeichnet sich jedoch durch eine bessere Magenverträglichkeit aus und wirkt stärker fiebersenkend als die anderen Schmerzmittel. Die Wirkung tritt nach etwa einer halben Stunde ein und hält vier bis sechs Stunden an. Nachteil: bei Überdosierung oder längerfristiger Anwendung besteht Gefahr für die Leber. Deshalb darf die im Beipackzettel angegebene Tageshöchstmenge keinesfalls überschritten werden!

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Bitte befolgen Sie immer die Einnahmehinweise im Beipackzettel und halten Sie die angegebene Dosierung ein. Grundsätzlich sollten rezeptfreie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.

Lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten, bevor Sie ein Schmerzmittel einnehmen. Alle Schmerzmittel können mit anderen Medikamenten, die Sie vielleicht einnehmen müssen, interagieren – es kann zu Wechselwirkungen kommen. Ihr Apotheker ist der Experte für diese Fragen. Wichtig: Wenn Kinder ein Schmerzmittel brauchen, vorher unbedingt Kinderarzt und Apotheker zu Rate ziehen!

Eingestellt am: 6. Juli 2015