Klare Sicht trotz grauem Star

Unbehandelt führt die zunehmende Trübung der Augenlinse beim grauen Star zur Erblindung. Die moderne Medizin hilft: Eine einfache, ambulante Operation sorgt wieder für klaren Durchblick.

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Der graue Star kommt schleichend. Als erstes Anzeichen der Augenerkrankung tritt häufig eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit auf, die sich zunächst vor allem in der Dunkelheit – zum Beispiel nachts beim Autofahren – bemerkbar macht.

Ursache ist eine Trübung der Augenlinse: Die normalerweise glasklare Linse bündelt das eintretende Licht. Nur mit ihrer Hilfe kann auf der Netzhaut ein scharfes Bild entstehen.

Die Sehkraft schwindet

Entwickelt sich ein grauer Star – Ärzte sprechen von Katarakt –, werden die Lichtstrahlen aufgrund der Eintrübung jedoch gestreut und treffen damit nicht mehr punktgenau auf die Netzhaut. Mit der Zeit lässt dadurch die Sehkraft nach, vor allem das scharfe Sehen strengt immer mehr an.

Hinzu kommt, dass Kontraste schwächer werden und Farben verblassen – schließlich sehen die Betroffenen ihre Umwelt zunehmend grau und wie durch einen nebligen Schleier.

Eintrübung der Augenlinse

Die mit Abstand häufigste Form des grauen Stars ist die so genannte Alterskatarakt. Dieser natürliche Prozess entwickelt sich bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter. Zunächst büßt die Linse ihre Elastizität ein, was zur so genannten Alterssichtigkeit führt: Ohne Lese- oder Gleitsichtbrille ist keine scharfe Nahsicht mehr möglich.

Im weiteren Verlauf beginnt dann die mehr oder weniger schnell fortschreitende Eintrübung der Augenlinse – in der Altersgruppe ab 80 Jahren ist jeder zweite Mensch betroffen.

Gefahr der Erblindung

Die Katarakt gilt weltweit als häufigste Ursache für Erblindung. In Deutschland muss aber kein Mensch wegen eines grauen Stars das Augenlicht verlieren: In einer einfachen, meist ambulant möglichen Operation kann der Augenchirurg die trübe Naturlinse durch eine künstliche Linse ersetzen.

Heute ist dieser Eingriff Routine und sehr sicher, die Katarakt-OP ist die häufigste Operation in Deutschland. Mehr als 98 Prozent der Patienten sehen danach wieder deutlich besser – und das in der Regel schon 24 Stunden nach der OP.

Die Brille wird überflüssig

Moderne künstliche Linsen zeichnen sich durch eine extrem lange Haltbarkeit aus. Das Material ist bakterienabweisend und kann auch vom Immunsystem nicht angegriffen werden, da im nicht durchbluteten Bereich der Augenlinse keine Abwehrzellen aktiv sind. Nach der Implantation bleibt die Linse dauerhaft im Auge.

Bei der Operation besteht zugleich die Möglichkeit, eine bestehende Kurz- oder Weitsichtigkeit zu korrigieren: So genannte Multifokallinsen ermöglichen das scharfe Sehen in allen Entfernungen, indem sie mehrere Bilder auf die Netzhaut projizieren – nach dem Einsatz einer Multifokallinse braucht der Patient keine Brille mehr. Die Kosten für diese Hightech-Linsen werden von der gesetzlichen Krankenkasse allerdings nicht erstattet, sie bezahlt nur eine Standardlinse.

Eingestellt am: 10. April 2017