Hilfe, ein Hexenschuss!

Der plötzliche, stechende Schmerz im unteren Rücken erwischt fast jeden Menschen einmal. Meist schlägt der Hexenschuss in den stressigen Lebensjahren zwischen 30 und 50 zu.

Frau hat einen Hexenschuss.

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Ausgelöst wird der Hexenschuss oft durch eine „ungeschickte“ Belastung der Wirbelsäule beim Drehen, Heben, Bücken oder auch beim Sport. Meist fühlt es sich schlimmer an, als es ist: Ein Bandscheibenvorfall ist nur selten schuld. Es kommen verschiedene Ursachen in Frage wie Verschleißerscheinungen, die Blockierung eines Wirbelgelenks, oder eine Bandscheibe wölbt sich leicht vor.

Weil die Lendenwirbelregion üppig mit schmerzleitenden Nervenfasern ausgestattet ist, sorgen schon geringste Auslöser für heftige Schmerzattacken. Die Rückenmuskeln reagieren unmittelbar auf den Schmerz und verspannen sich so heftig, dass Betroffene meist keine normale Körperhaltung mehr einnehmen können. Sofort verfallen sie in eine „Schonhaltung“. Die verstärkt allerdings die Muskelverspannung noch, denn nun müssen andere Muskeln die Aufgaben der verspannten Muskeln übernehmen.

Vorsicht bei Gefühlsstörungen

In der Regel ist der Hexenschuss nach wenigen Tagen wieder vorbei. Mit einfachen Formen der Selbstbehandlung hat sich jeder zweite Patient nach einer Woche wieder erholt. Spätestens nach vier Wochen sollten die Probleme verschwunden sein. Ist das nicht der Fall, oder strahlt der Schmerz ins Bein und sorgt dort gar für Gefühlsstörungen und Lähmungen, muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Denn dann könnte tatsächlich ein Bandscheibenvorfall oder eine andere krankhafte Veränderung dahinter stecken.

Deshalb fragt der Arzt bei heftigen Kreuzschmerzen immer nach der Vorgeschichte, Begleitsymptomen und der genauen Art der Schmerzen. Außerdem testet er das Gefühlsempfinden im Lendenwirbelbereich und in den Beinen sowie Motorik und Reflexe. Bei Gefühlsstörungen und Lähmungen sind eventuell weitere Untersuchungen nötig, zum Beispiel durch bildgebende Verfahren.

Vorbeugen und behandeln

Wer das erste Mal einen Hexenschuss erleidet, sollte vorsichtshalber beim Arzt vorbeischauen. Er kann Arzneien gegen Schmerzen und muskelentspannende Mittel wie wärmewirksame Salben oder Pflaster verordnen. Wer häufiger mit seinem Rücken Probleme hat, sollte versuchen, nach Rücksprache mit dem Arzt die Rückenmuskulatur aufzubauen. Das geht durch gezielte Gymnastik, auch Wassergymnastik und Ausgleichssport.

Bei Übergewicht entlasten ein paar Pfunde weniger den Rücken. Bei der Büro- und Computerarbeit sind regelmäßige Bewegungspausen wichtig, Telefonate und kurze Rücksprachen lassen sich am besten im Gehen und Stehen erledigen. Auch ein ergonomisch gut eingerichteter Arbeitsplatz erspart Verspannungen.

Tipps zur Selbsthilfe

Stufenlagerung lindert: Rückenlage auf dem Teppich mit rechtwinkelig abgewinkelten Unterschenkeln auf einem Stuhl oder mehreren Kissen, oder Seitenlage mit angezogenen Knien.

Wärme: Probieren Sie aus, was Sie als angenehmer empfinden – Wärmflasche, Heizkissen oder Wärmepflaster aus der Apotheke.

– Rezeptfreie Schmerzmittel unterbrechen den Teufelskreis aus Schmerz, Schonhaltung und Muskelverspannung. Bitte lassen Sie sich vom Apotheker beraten.

– Heiß baden oder duschen: sobald es geht – das lockert die Muskulatur.

– Sanfte Bewegung wie zum Beispiel Gehen hilft, mehrtägige Bettruhe ist dagegen nicht empfehlenswert.

Eingestellt am: 30. Juni 2017