Hepatitis durch Blutspenden

Wer vor 1991 Empfänger einer Blutkonserve war – etwa bei einer Operation oder im Rahmen der Krebstherapie -, sollte sich auf Hepatitis C testen lassen.

Blutkonserven von Blutspendern im Blutlabor.

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Patienten, die vor 1991 Vollblut oder Blutprodukte erhalten haben, waren damals dem Risiko einer Infektion mit der Lebererkrankung Hepatitis C ausgesetzt – und sollten sich daher unbedingt testen lassen. Das raten die Spezialisten des Berufsverbands Deutscher Internisten. „In Deutschland wurden Blutspenden vor 1991 nicht auf Antikörper gegen Hepatitis‐C‐Viren (HCV) getestet. Bis dahin stellte der Erhalt von Blutprodukten noch einen recht häufigen Übertragungsweg für Hepatitis C dar“, erläutert Prof. Thomas Berg, Leberexperte am Universitätsklinikum Leipzig.

Heutzutage ist dagegen das Infektionsrisiko durch Bluttransfusionen in Deutschland als ausgesprochen gering einzustufen: Es betrifft nur etwa eine Person unter mehr als vier Millionen Empfängern von Blutprodukten. In vielen anderen Ländern sind kontaminierte Blutprodukte oder unhygienische Injektionspraktiken allerdings auch gegenwärtig immer noch für die Übertragung des Hepatitis‐C‐Erregers verantwortlich.

Hepatitis kann heute geheilt werden

Eine Infektion mit HCV führt zu Entzündungen der Leber, die oft jahrelang unbemerkt bleiben – typische Symptome wie Abgeschlagenheit oder Müdigkeit sind recht unspezifisch. „Unbehandelt verlaufen rund 80 Prozent der Erkrankungen chronisch, schwere Leberschädigungen bis hin zu Leberzirrhose oder Leberzellkrebs können dann die Folge sein“, warnt Prof. Berg. Zum Nachweis einer HCV‐Infektion wird zunächst eine Blutprobe des Patienten auf Antikörper gegen HCV überprüft.

Sind solche Antikörper vorhanden, wird dieser Befund durch einen Nachweis von Erbmaterial des Virus bestätigt. Liegt tatsächlich eine HCV‐Infektion vor, muss auch der Genotyp des Virus festgestellt werden, da dieser die Auswahl der Medikamente mit bestimmt. Zur Behandlung stehen seit 2015 ganz neuartige Wirkstoffe zur Verfügung. Ihr Vorteil gegenüber früheren Therapeutika: „Sie wirken schneller, verursachen kaum Nebenwirkungen und führen in über 90 Prozent der Fälle zu einer vollständigen Elimination des Hepatitis C‐Virus“, erläutert Prof. Berg.

Weitere Informationen über Hepatitis C und andere internistische Erkrankungen finden Betroffene und Interessierte hier.

Eingestellt am: 23. September 2015