Depression – oder nur eine Seelenkrise?

Eine junge Frau lehnt mit gesenktem Kopf die Hände an eine regennasse Glasscheibe

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Niedergeschlagen, freudlos, antriebsarm: Ist das schon eine Depression – oder nur eine vorübergehende Seelenkrise? In jedem Fall gilt: Handeln Sie rasch.

Frauen und Männer, Junge und Alte: Viele Menschen werden von seelischen Verstimmungen geplagt, die weit über die gewöhnliche „schlechte Laune“ hinausgehen. Wenn die Seele leidet, schwindet die Lust, etwas zu unternehmen – und auch das Interesse an den gewohnten Beschäftigungen lässt nach. Oft sind Betroffene niedergeschlagen und müde, charakteristisch sind außerdem Konzentrations- und Schlafstörungen. Häufig kommen körperliche Beschwerden wie beispielsweise Verdauungsstörungen oder Muskelschmerzen hinzu, manchmal stehen sie sogar im Vordergrund.

Frühzeitig gegensteuern

Typisch für depressive Verstimmungen ist, dass nach einer vorübergehenden Phase der Niedergeschlagenheit das positive Lebensgefühl zurückkehrt. Bei einer echten Depression geraten die Betroffenen dagegen in ein anhaltendes, sich allmählich verstärkendes Stimmungstief, aus dem sie ohne medizinische Hilfe nicht mehr herausfinden.

Trotzdem sollten auch leichtere depressive Verstimmungen immer ernst genommen werden. Denn ohne frühzeitige Gegenmaßnahmen können sie in eine echte Depression übergehen. Wenn die Seele SOS funkt, empfiehlt es sich daher dringend, einen Arzt aufsuchen. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt des Vertrauens, der seine Patienten an einen Spezialisten für psychische Erkrankungen überweisen kann. Der Facharzt wird – abhängig von Diagnose und Ausmaß der Erkrankung – eine maßgeschneiderte Therapie vorschlagen. Eventuell wird er Medikamente (Antidepressiva) verordnen und zu einer Psychotherapie raten.

Pflanzen für die Seele

Einen hohen Stellenwert bei der Behandlung leichter seelischer Verstimmungen haben pflanzliche Medikamente – allen voran Präparate, die Johanniskraut in ausreichend hoher Dosierung enthalten. Schon im späten Mittelalter wurde die Heilpflanze mit den hübschen, leuchtend-gelben Blüten zur Linderung von Schwermut, Melancholie und Niedergeschlagenheit verabreicht.

In pflanzlichen Fertigarzneimitteln gegen depressive Verstimmungen wird Johanniskraut mitunter auch mit anderen Heilpflanzen kombiniert. Zum Beispiel mit Passionsblume, die eine angstlindernde und entspannende Wirkung hat, oder mit Baldrian, der über beruhigende Eigenschaften verfügt.

Zur sanften Linderung nervöser Unruhezustände kommen auch Hopfen und Melisse zum Einsatz, während Lavendelöl-Präparate insbesondere Angstzustände und damit verbundene innere Unruhe lindern können. Wer eine depressive Verstimmung mit Pflanzenkraft behandeln möchte, sollte sich vom Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Plus an Lebensqualität

Um eine Seelenkrise zu überwinden, haben sich therapiebegleitend auch Entspannungsverfahren und sportliche Aktivitäten bewährt. Um die Lebensqualität wieder zu steigern, kann auch eine Selbstreflexion nützlich sein: Etwa, indem man überlegt, was einen eigentlich belastet und wie sich das vielleicht ändern ließe. Dazu gehört auch, die eigenen Erwartungen zu hinterfragen und sich von der Illusion einer stets leichten und unbeschwerten Existenz zu verabschieden – schlechte Tage gehören einfach zu unserem Leben.

Eingestellt am: 17. Juli 2015