Psychisch krank: Die Krise überwinden

Nachdenkliche Frau  blickt in die Kamera

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Angststörung, Burnout und Depression: Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Doch sie sind behandelbar, heute besser denn je.

Die Zahlen sind erschreckend: Allein in Deutschland sind es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 20 Millionen Menschen, die irgendwann in ihrem Leben in ein Seelentief geraten. Gründe dafür gibt es viele. Ein Faktor, der psychische Erkrankungen nachweislich begünstigt, ist Stress: Anhaltender Druck am Arbeitsplatz, der – durch die ständige Erreichbarkeit via Handy, Smartphone und Notebook – auch in der Freizeit nicht endet, führt nicht selten zu ängstlicher Unruhe, seelischer Erschöpfung und depressiver Verstimmung.

Seelenleid hat viele Gesichter

Oft stellen Ärzte dann die Diagnose Burnout. Gemeint ist damit ein Zustand völliger seelischer und körperlicher Erschöpfung, der durch unterschiedlichste Beschwerden auf sich aufmerksam machen kann. Schlafstörungen, Nervosität, Antriebslosigkeit sowie körperliche Probleme, die von Magen-Darm-Störungen bis zu chronischen Schmerzen reichen, gehören zu den klassischen Burnout-Symptomen. Wie der Name schon andeutet, sind Betroffene regelrecht ausgebrannt, mit ihren Kräften am Ende.

Anders als beim Burnout handelt es sich bei Depressionen und Angststörungen um klar definierte psychische Erkrankungen. Typischerweise äußert sich eine schwere Depression in anhaltender Traurigkeit, niedergeschlagener Stimmung, Freud- und Antriebslosigkeit. „Ich kann mich an nichts mehr freuen“, bringen depressive Menschen ihre Gefühlslage häufig auf den Punkt. Schwächer ausgeprägt sind die Symptome bei einer depressiven Verstimmung. Hier verbirgt sich das psychische Problem zunächst oft hinter unspezifischen Alarmsignalen wie Schlafstörungen und körperlichen Beschwerden ohne fassbare Ursache.

Auch bei den Angststörungen gibt es sehr unterschiedliche Ausprägungen: Von einer generalisierten Angststörung sprechen Experten, wenn die Symptome – vor allem Ängste, aber auch Konzentrationsschwierigkeiten, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen und Herzrasen – bereits seit mindestens sechs Monaten bestehen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Bei schwächerer Ausprägung und kürzerer Dauer heißt die Diagnose hingegen: subsyndromale Angststörung, oder auch ängstliche Unruhe.

Behandlung muss sein

Die Beispiele zeigen: Psychische Erkrankungen haben viele Namen, aber machen oft durch ähnliche Beschwerden auf sich aufmerksam. Eine exakte Abgrenzung zwischen Burnout, depressiver Verstimmung und subsyndromaler Angststörung ist schwierig, denn oft überschneiden sich die geschilderten Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit und Erschöpfung. Wichtig ist es jedoch auf jeden Fall, schnell zu handeln, wenn das seelische Gleichgewicht aus der Balance geraten ist. Unbehandelt besteht nämlich die Gefahr, dass sich die seelische Krise verschlimmert und andere psychische und körperliche Beschwerden hinzukommen. Unerlässlich ist es für jeden, der psychisch krank ist, baldmöglichst den Arzt aufzusuchen. Erster Ansprechpartner ist meist der Hausarzt, der seine Patienten dann an Spezialisten wie Psychiater und Psychologen überweisen kann.

Angststörungen, Unruhe und Depressionen können heute gut behandelt werden. Abhängig von Art und Ausprägung der Erkrankung wird der Arzt eventuell Medikamente wie Antidepressiva verordnen und zu einer Psychotherapie raten. Unterstützend können Entspannungsverfahren und sportliche Aktivitäten sinnvoll sein.

Pflanzenkraft für die Seele

Vor allem bei leichten seelischen Verstimmungen und ängstlichen Unruhezuständen helfen auch pflanzliche Heilmittel aus der Apotheke. Eine bewährte Heilpflanze zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen ist das Johanniskraut. In ausreichend hoher Dosierung können Johanniskraut-Arzneimittel die Stimmung aufhellen, für mehr Ausgeglichenheit sorgen und die Schlafqualität verbessern. Entscheiden Sie sich beim Kauf für qualitätskontrollierte Präparate aus der Apotheke.

Eine ebenfalls in Studien bestätigte Wirkung bei innerer Unruhe und Angstzuständen versprechen Lavendelöl-Präparate zum Einnehmen. Untersuchungen haben gezeigt, dass ihre angstlösende Wirksamkeit mit der bestimmter chemisch-synthetischer Antidepressiva vergleichbar ist – und das bei guter Verträglichkeit.

Stehen Schlafstörungen im Mittelpunkt der Beschwerden, haben sich auch beruhigende Arzneimittel mit Extrakten aus Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissen- und Passionsblumenkraut bewährt. Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel können im Kampf gegen Nervosität, innere Unruhe und Verstimmungen ebenfalls zum Einsatz kommen.

Zuletzt geändert am 28. August 2015

Eingestellt am: 1. September 2014