Blasenentzündung und Wechseljahre

Blonde Frau mittleren Alters in blauer Bluse

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Harnwegsinfekte sind eine schmerzhafte Erfahrung, die oft auch schon jüngere Frauen machen. Mit den Wechseljahren erhöht sich das Risiko noch. Doch es gibt Mittel und Wege, um den lästigen Blasenentzündungen vorzubeugen.

Zu den Faktoren, die Harnwegsinfekte begünstigen, zählen nicht nur Unterkühlung, das Tragen nasser Kleidung (etwa nach dem Schwimmen oder Schwitzen) oder eine falsche Intimhygiene – sondern auch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren. Der sinkende Östrogenspiegel führt dazu, dass die Schleimhäute in den Harnwegen nicht mehr optimal durchfeuchtet sind. Das erleichtert es eingedrungenen Bakterien, sich in der Blase festzusetzen und zu vermehren. Zudem verändert sich das Milieu im Scheidenbereich, der natürliche Säureschutzmantel wird dünner. Keime aus der Analregion können damit eher bis zur Harnröhre vordringen – die eigenen Darmbakterien sind in etwa 80 Prozent der Fälle Auslöser einer Blaseninfektion.

Wirksame Möglichkeiten zur Vorbeugung

Wenn Frauen in oder nach den Wechseljahren häufiger unter Blasenentzündungen leiden, sollten sie vorsichtshalber den Arzt konsultieren – denn manchmal können organische Störungen für die Infekte verantwortlich sein. Außerdem kann der Gynäkologe Maßnahmen vorschlagen, um die angegriffenen Schleimhäute zu regenerieren und die Vaginalflora wieder in die Balance zu bringen.

Kommt es wiederholt zu Harnwegsinfektionen, empfiehlt es sich, alle Möglichkeiten zur Vorbeugung auszuschöpfen. Und das sind nicht wenige: Vor allem wichtig ist eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern am Tag – ideal zum Durchspülen der Blase sind Wasser, Tee und Saftschorlen. Außerdem kommt es darauf an, sich gut vor Unterkühlungen zu schützen. Also warm anziehen, im Freien immer auf eine Decke setzen, Kälte und Zugluft meiden, feuchte Kleidung so schnell wie möglich wechseln.

Intimhygiene nicht übertreiben

Darüber hinaus lässt sich das Infektionsrisiko vermindern, wenn bei Harndrang stets möglichst umgehend die Toilette aufgesucht wird. Wird Urin längere Zeit zurückgehalten, können sich eingedrungene Keime vermehren. Wichtig ist auch die richtige Analhygiene: Sorgfältiges Säubern mit dem Toilettenpapier verhindert, dass Darmkeime sich ausbreiten können – dabei stets von vorn nach hinten wischen. Bei der Intimhygiene heißt die Devise: Bitte nicht übertreiben! Für die tägliche Reinigung genügen Wasser und eine milde Seife mit hautneutralem pH-Wert. Auf Intimsprays besser verzichten – sie greifen den Säureschutzmantel an und begünstigen damit Infektionen. Ein weiterer Tipp: Nach jedem Geschlechtsverkehr innerhalb von 15 Minuten Wasser lassen, um beim Sex eingedrungene Keime auszuschwemmen.

Die Abwehr stärken

Zu den weiteren nützlichen Maßnahmen zählt das Tragen geeigneter Kleidung. Naturstoffe sind zu bevorzugen, Unterwäsche aus Kunstfasern fördert ein feucht-warmes Klima, in dem sich Bakterien sehr wohl fühlen. Davon abgesehen sollten Slip und Hose nicht zu eng sein. Nicht zuletzt beugt ein starkes Immunsystem Infektionskrankheiten vor: Eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Salat, Vollkornprodukten und zwei Fischmahlzeiten pro Woche unterstützt die Abwehr. Dasselbe gilt für moderaten Ausdauersport – Experten empfehlen, dreimal pro Woche jeweils mindestens 30 Minuten zu trainieren.

Eingestellt am: 12. August 2016