Schnelle Hilfe bei Scheidenpilz

Bei der richtigen Behandlung klingt eine Scheidenpilzinfektion bald ab

Foto: © grinvalds/istock/AOK Mediendienst

Wenn es bei Frauen im Schritt juckt und brennt, ist der Auslöser oft ein Scheidenpilz. Er ist zwar unangenehm, doch gut behandelbar: Mit einem geeigneten Antipilzmittel klingt die Erkrankung meist binnen einer Woche ab.

Ein Scheidenpilz entsteht durch eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans. Diese Pilze sind laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) neben Bakterien die zweithäufigsten Erreger für Scheidenentzündungen und gut zu behandeln. „Mit einem Antipilzmittel in Zäpfchenform oder als Creme verschwindet die Erkrankung meist binnen einer Woche“, sagt Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Candida albicans ist zwar in der natürlichen Scheidenflora vorhanden, allerdings bei gesunden Frauen nur in geringer Zahl. Damit verursacht der Hefepilz zunächst keine Beschwerden. Durch Stress, Diabetes, Medikamente wie Antibiotika oder Kortison sowie Krankheiten, die das Immunsystem schwächen, kann die Scheidenflora allerdings aus dem Gleichgewicht geraten.

Scheidenpilz trifft 75 Prozent aller Frauen

Auch Schwangere sind anfälliger für Scheidenpilz, da ihr Östrogenspiegel im Körper besonders hoch ist und die Vaginalflora dadurch die Balance verliert. Ähnlich wie in einer Schwangerschaft verändert auch die Antibabypille den Hormonhaushalt. Dadurch steigt ebenfalls das Risiko für eine Scheidenpilzinfektion.

Begünstigt wird ein Scheidenpilz außerdem durch das Tragen von synthetischer und enganliegender Kleidung, luftdichte Slipeinlagen und Binden sowie die Verwendung von Intimsprays. Um die Scheide zu reinigen, reicht lauwarmes Wasser aus. Im Durchschnitt haben laut IQWiG 75 Prozent aller Frauen in ihrem Leben mindestens einmal einen Scheidenpilz, am häufigsten Frauen im gebärfähigen Alter.

Juckreiz, brennende Schmerzen und Ausfluss

Anzeichen für die Infektion sind neben Jucken und Brennen auch ein weißlich, manchmal auch weiß-gelblicher, dickflüssiger oder bröckeliger Ausfluss. Bei manchen Frauen sind zusätzlich auch die Schamlippen entzündet. Geschlechtsverkehr ist während dieser Zeit meist schmerzhaft für die Betroffenen ebenso wie das Wasserlassen, falls auch die Harnröhre entzündet ist. Um den Partner nicht anzustecken, sollten Betroffene mit dem Geschlechtsverkehr warten, bis die Infektion abgeklungen ist.

Damit es erst gar nicht zu Beschwerden kommt, nutzen manche Frauen vorbeugend Antipilzmittel oder Probiotika-Präparate. Das sind lebende Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien oder bestimmte Hefen. Diese sollen die Vaginalflora stärken. Es ist jedoch nicht bewiesen, ob sie wirklich vorbeugend helfen. Auf keinen Fall sollten sich Frauen zur Behandlung in Teebaumöl getränkte Tampons sowie Naturjoghurt oder Knoblauchzehen einführen, denn das kann allergische Reaktionen auslösen oder die Schleimhäute reizen. Auch die Scheide auszuspülen ist nicht sinnvoll, weil sich so möglicherweise die Entzündung verstärkt.

Die Behandlung dauert meist nur wenige Tage

Frauen, bei denen es zum ersten Mal im Intimbereich juckt und brennt, sollten einen Gynäkologen aufsuchen. Meist lässt sich ein Scheidenpilz aufgrund der Beschwerden und an den sichtbaren Veränderungen der Schleimhaut erkennen. Wenn Zweifel bestehen, entnimmt die Ärztin oder der Arzt etwas Scheidenflüssigkeit und untersucht diese auf Hefepilze.

Steht die Diagnose „Vaginalmykose“ fest, bekommen Frauen in der Apotheke rezeptfrei ein Anti-Pilzmittel. Die Behandlung dauert meist nur wenige Tage. Ernsthafte Komplikationen sind selten und hängen oft mit einem geschwächten Immunsystem zusammen. Die Entzündung kann sich dann verstärken und der Pilz weiter ausbreiten. Erkrankungen der Geschlechtsorgane sind vielen Menschen peinlich. Das kann dazu führen, dass Beschwerden zunächst verschwiegen werden und die Behandlung sich hinauszögert. Dadurch dauert die Pilzinfektion jedoch länger als nötig.

Eingestellt am: 7. September 2019