Wenn die Galle Steine bildet

Gallensteine sind ein Volksleiden. Wenn sie den Fluss der Galle blockieren, drohen schmerzhafte Koliken. Eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung beugt vor.

Medizinische Darstellung der Galle

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Fast jeder sechste Mensch hat Steine in der Gallenblase – doch längst nicht jeder weiß von ihrer Existenz. Denn oft machen Gallensteine keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt.

Die birnenförmige Gallenblase hinter der Leber speichert die Galle. Der von der Leber erzeugte Verdauungssaft wird beim Abbau von Fett und Cholesterin benötigt. Ist die Gallenflüssigkeit mit bestimmten Substanzen – wie zum Beispiel Cholesterin – übersättigt, kann es zur Steinbildung kommen.

Ballaststoffe beugen vor

Gallensteine bilden sich meistens erst jenseits der 40, und zwar bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern. Warum das so ist, ist noch nicht ganz geklärt, doch bringt offenbar das weibliche Geschlechtshormon Östrogen das Gleichgewicht von Gallensäuren und Cholesterin aus der Balance. Auch häufige Schlankheitsdiäten könnten eine Rolle spielen.

Übergewicht und eine cholesterinreiche, dabei aber ballaststoffarme Ernährung fördern die Entstehung von Gallensteinen. Auch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktion oder Morbus Crohn begünstigen Gallensteine. Gute Gegenmittel sind in jedem Fall eine fettarme, ausgewogene und vollwertige Ernährung sowie regelmäßige Bewegung.

Dumpfe Beschwerden im Oberbauch

Etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Gallensteine verursachen keine Symptome. Deshalb werden sie „stumme Steine“ genannt und nur zufällig entdeckt. Doch fast die Hälfte der Betroffenen spürt mit der Zeit doch Beschwerden. Häufig sind es unspezifische dumpfe Schmerzen im Oberbauch, Druck- und Völlegefühl insbesondere nach fettem Essen, Kaffee- und Alkoholgenuss. Auch Übelkeit, Aufstoßen und Blähungen können auf Gallensteine hinweisen.

Blockieren die Steine den Ausführungsgang der Gallenblase oder die Gallengänge, können heftige krampfartige Schmerzen bis in die Schultern ausstrahlen. Solche Koliken ziehen sich oft über den ganzen Tag. Bei Beschwerden sollte eine Ultraschalluntersuchung gemacht und nötigenfalls operiert werden. Denn wenn ein Stein den Ausführungsgang der Gallenblase blockiert, führt der Rückstau der Galle zu Gelbsucht und Leberschädigung.

Eine Steinzertrümmerung wie bei Nierensteinen oder die medikamentöse Auflösung werden heute kaum noch praktiziert. Stattdessen wird die steinbelastete Gallenblase entfernt, meist im Rahmen einer Minimal-OP. Eine spezielle Diät ist nach der Operation nicht erforderlich. Doch es empfiehlt sich, auf üppige und fettreiche Speisen zu verzichten.

Zuletzt geändert am 22. März 2017

Eingestellt am: 29. Januar 2016