Neuer Test zur Darmkrebs-Früherkennung

Zur Darmkrebs-Früherkennung gibt es einen neuen Stuhltest. Seit dem 1. April können gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren die verbesserte und bequemere Vorsorge kostenlos in Anspruch nehmen.

Krebsvorsorge Stuhlbriefchen

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Der neue Test zur Darmkrebs-Früherkennung ersetzt den bisher üblichen Stuhltest. Auch bei dem innovativen Test wird eine Stuhlprobe untersucht – das Verfahren ist jedoch für den Patienten bequemer und soll zuverlässigere Ergebnisse liefern als die alte Methode.

Hausärzte, Internisten, Urologen, Gynäkologen und Chirurgen können den neuen Stuhltest zur Darmkrebs-Früherkennung seit dem 1. April allen gesetzlich Versicherten ab 50 Jahre kostenlos anbieten – das Honorar wird von der Krankenkasse übernommen. Dabei sind Patienten im Alter von 50 bis 55 einmal jährlich anspruchsberechtigt, den über 55-Jährigen steht der neue Test alle 2 Jahre zu – oder alternativ alle 10 Jahre eine Vorsorge-Darmspiegelung.

Darmkrebs-Früherkennung rettet Leben

Darmkrebs soll mit der neuen Untersuchungsmethode, dem sogenannten immunologischen Stuhltest, sicherer erkannt werden – die Auffindungsrate für Tumore im Dickdarm liegt nach Studien zwei- bis dreifach höher. Weiterer Vorteil: Es ist nur eine Stuhlprobe nötig, bisher waren es drei an verschiedenen Tagen. Die Probe wird einfach per Stäbchen entnommen und in ein Röhrchen gesteckt. Neu ist allerdings auch, dass der Test nicht mehr in der Arztpraxis, sondern in einem spezialisierten Labor ausgewertet wird. Dadurch verlängert sich der Transportweg, und das bedeutet: Der Patient muss die Probe so schnell wie möglich bei seinem Arzt abgeben.

Im Jahr 2012 erkrankten insgesamt mehr als 62.000 Frauen und Männer an Darmkrebs, rund 26.000 Menschen verstarben daran. Bereits ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit von Dickdarm-Karzinomen stark zu, über 50 Prozent der Betroffenen erkranken jenseits des 70. Lebensjahres. Je eher die Erkrankung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Darmkrebs-Früherkennung ist also sehr wichtig, um eine rechtzeitige Therapie einleiten zu können.

Was passiert, wenn das Ergebnis des Stuhltests positiv ist, wenn also eine Blutung im Darm nachgewiesen wird? In diesem Fall muss die Ursache durch weitere Untersuchungen geklärt werden. Dazu gehört vor allem eine Darmspiegelung. Bei der Entscheidung für oder gegen den Stuhltest sollte jeder Mensch sich also auch überlegen, ob er bereit ist, bei einem auffälligen Ergebnis eine Darmspiegelung machen zu lassen.

Eingestellt am: 2. August 2017