Blutdruck senken: Ältere profitieren besonders

Drei von vier Menschen über 70 haben Bluthochdruck – und damit ein erhöhtes Risiko für Infarkt und Schlaganfall. Eine medikamentöse Senkung des Blutdrucks ist bei älteren Patienten besonders sinnvoll.

Bluthochdruckstempel auf bunten Tabletten.

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Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat erhöhten Blutdruck – Mediziner sprechen von Hypertonie. Der Anteil der Betroffenen steigt mit dem Lebensalter: Bei den über 70-Jährigen leiden bereits 75 Prozent unter Bluthochdruck. Das liegt unter anderem daran, dass die ursprünglich elastischen Wände der Blutgefäße immer starrer und unflexibler werden. Doch für ältere Patienten kommt eine medikamentöse Bluthochdrucktherapie nicht zu spät – im Gegenteil.

Oberer Wert möglichst nicht über 140

Denn eine effektive Behandlung der Hypertonie senkt auch im Alter die Gefahr für typische Folgeerkrankungen: bei Herzinfarkt sinkt das Risiko um mehr als 25 Prozent, beim Schlaganfall um ein Drittel. „Wissenschaftlich erwiesen ist das jedoch erst seit den 1990er-Jahren“, sagt Prof. Burkhard Weisser, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga. „Die Daten aus mehreren Studien haben dazu geführt, dass in nationalen und internationalen Leitlinien auch für über 60-Jährige das Therapieziel von einem Blutdruck von höchstens 140 mmHg festgelegt wurde“, erklärt der Experte.

Sogar bei Patienten im Alter von 80 Jahren oder mehr kann das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko durch eine Blutdrucksenkung deutlich verringert werden. „Allerdings wird bei ihnen nur eine Blutdrucksenkung auf 150 mmHg angestrebt“, betont Prof. Weisser.

Blutdruck behutsam senken

Grundsätzlich wird bei älteren Patienten eine möglichst behutsame Senkung des Blutdrucks empfohlen. Denn einerseits steigt mit den Lebensjahren die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen wie Schwindel oder Benommenheit. Andererseits lässt im Alter die Funktion der Nieren und der Leber nach, wodurch Medikamente langsamer abgebaut sowie verzögert ausgeschieden werden – ihre Konzentration im Blut nimmt schneller zu.

Außerdem müssen bei älteren Patienten oftmals weitere Erkrankungen berücksichtigt werden. „Deshalb kann es gerade für Ältere sinnvoll sein, die Therapie mit nicht-medikamentösen Maßnahmen zu beginnen“, erklärt Prof. Weisser. Wie für alle Bluthochdruckpatienten seien Allgemeinmaßnahmen zu empfehlen: vor allem ausreichend Bewegung sowie eine möglichst obst- und gemüsereiche Ernährung mit wenig Salz und tierischen Fetten.

Eingestellt am: 24. August 2015