Neu im Kino: Menschen mit Behinderung retten zwei Gangster
Sie planten den perfekten Raub – aber ihr Fluchtauto wird abgeschleppt. Rettung für Karlo und Alex bringt eine Reisegruppe von Menschen mit Behinderung: In der Kino-Komödie „Das gewisse Etwas“ geben sich die beiden Juwelendiebe kurzerhand als der fehlende Mitreisende Otto und dessen Betreuer aus. Eine fast perfekte Tarnung.
Stelle dein Auto nie unberechtigt auf einem Parkplatz für Menschen mit Behinderung ab! Dieses Gebot werden Karlo und Alex nicht noch einmal ignorieren: Als sie mit dem geraubten Schmuck abhauen wollen, ist das Fluchtauto weg – abgeschleppt. Ohne ihre Karre stehen die beiden Ganoven plötzlich ganz dumm da.
Bis sie von den Betreuer*innen einer Reisegruppe von Menschen mit Behinderung entdeckt werden. Die wollen gerade in den Urlaub fahren und vermissen einen Mitreisenden, den sie bisher aber noch gar nicht kennen. In Alex (gespielt von Max von der Groeben) vermuten sie diesen Otto und sprechen ihn an: „Bist du Otto?“
Eine lebensverändernde Erfahrung
Karlo (Florian Lukas) erfasst die Situation sofort und reagiert instinktiv: „Ja, das ist Otto“, antwortet er schnell, bevor Alex einen Mucks von sich geben kann. Kurzerhand überzeugt Karlo auch die Leiterin der Gruppe (Mala Emde), dass er der Betreuer von Otto ist und als solcher unbedingt mitfahren muss. Also steigen beide in den bereitstehenden Bus – und reisen in ein Abenteuer, dass ihr Leben verändern wird.
Die Komödie „Das gewisse Etwas(opens in new tab)“ kommt am 3. September 2026 in die Kinos. Ein wirklich toller und berührender Film: Die Menschen mit Behinderung versprühen so viel Lebensfreude, sie haben so viel Herz und Humor, dass sich selbst coole Gangster dieser liebevollen und offenen Atmosphäre nicht entziehen können.
Menschen mit Beeinträchtigungen spielen Menschen mit Behinderung
Das Besondere an diesem Film ist der inklusive Cast: Sämtliche Rollen, die Menschen mit Behinderung darstellen, werden von Menschen mit Beeinträchtigung gespielt. Alle hatten bereits Erfahrungen vor der Kamera gesammelt, und einige der inklusiven Darsteller sind sogar professionelle Schauspieler. Wie zum Beispiel Frangiskos Kakoulakis. Er gehört seit 2020 zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Für ihn ging es bei „Das gewisse Etwas“ um weit mehr als nur eine tolle Rolle: „Wir brauchen das Schauspiel, weil es die Menschen berührt. Wir sind Menschen mit Beeinträchtigungen, die man im Film zeigt. Wir sind im Kino. Das ist schon eine Art zu sagen: Wir können das! Für mich ist die Anerkennung der größte Preis.“
Auch Hauptdarsteller Max von der Groeben erlebte die Zusammenarbeit mit den Menschen mit Beeinträchtigungen als wertvolle Erfahrung. „Ich glaube, wir können generell von dieser Gruppe lernen. Die Freude am Leben, aber auch die Leichtigkeit im Job“, so der Schauspieler bewundernd. „Man könnte meinen, eine Beeinträchtigung mache die Dinge schwieriger. Und dennoch nehmen Menschen mit Beeinträchtigungen es manchmal deutlich leichter als andere. Und das fand ich echt faszinierend zu sehen – diese Lebensfreude, diese Energie.“
Wohlfühlkomödie mit Lerneffekt
Regisseur Marc Rothemund hat in den letzten Jahren mehrere Kinofilme gemacht, die sich mit den Themen Inklusion(opens in new tab), Neurodivergenz oder Beeinträchtigungen auseinandersetzen. „Letztlich suche ich mir Filme aus, um auch etwas für mein eigenes Leben zu lernen“, erzählt er. Dabei könnten auch die Zuschauer etwas lernen und neue Einsichten gewinnen. Am besten gelingt das auf möglichst leichte, humorvolle Weise. Für Rothemund ist „Das gewisse Etwas“ auch eine Wohlfühlkomödie: „Es werden Vorurteile abgelegt, Freundschaften geschlossen, Hürden überwunden und Unglücke sowie Pechsträhnen überstanden. Es gibt Läuterung, Einsichten, Erkenntnisse – alle lernen etwas, wovon sich wohl manch anderer auch eine Scheibe abschneiden könnte.“
„Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar“, betont Marc Rothemund. „Es dürfen keine Unterschiede gemacht werden. Ich hoffe so sehr, dass der Film auf offene Herzen und Ohren stößt und alle Zuschauer*innen etwas daraus mitnehmen werden.“
