Hitzewellen: Frauen sind besonders belastet
Unter Hitzewellen leiden Frauen stärker als Männer. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage: Danach sind Frauen mehr als doppelt so oft von Gesundheitsproblemen durch Hitze betroffen wie Männer. Gleichzeitig machen sie sich wegen der zunehmenden Extremwetter-Ereignisse auch deutlich mehr Sorgen. Insgesamt halten nur rund ein Viertel der Befragten die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für ausreichend.
Anfang Juli 2025 waren die Temperaturen bereits fast überall in Deutschland weit über 30 Grad gestiegen - und Mitte August folgte die zweite starke Hitzeperiode in diesem Jahr. Hitzewellen belasten insbesondere Kinder, kranke und ältere Menschen - und Frauen. Laut der Umfrage* im Auftrag der DAK hatten 26 Prozent der Menschen in Deutschland bei der Hitzewelle im Juli Gesundheitsprobleme. Das betrifft insbesondere die Frauen: Mit 37 Prozent klagten sie mehr als doppelt so häufig über Beschwerden wie Männer (15 Prozent).
Die betroffenen Befragten litten vor allem unter Abgeschlagenheit und Müdigkeit (69 Prozent), Kreislaufproblemen (68 Prozent) und Schlafstörungen (59 Prozent). Fünf Prozent der Menschen mit hitzebedingten Beschwerden mussten eine Arztpraxis aufsuchen.
Die Sorgen nehmen zu
Hitzewellen und Extremwetter werden voraussichtlich in Zukunft weiter zunehmen. Über die Hälfte der Befragten (64 Prozent) macht sich große oder sogar sehr große Sorgen vor diesem Hintergrund. Frauen sorgen sich dabei mit 74 Prozent deutlich häufiger als Männer (54 Prozent). Besonders Menschen zwischen 18 und 44 Jahren fürchten die weitere Entwicklung – 24 Prozent von ihnen bereitetet der Klimawandel sehr große Sorgen. Deutlich angestiegen ist dieser Wert auch bei den über 60-Jährigen: Gaben 2024 noch 12 Prozent von ihnen an, sich sehr große Sorgen wegen kommender Hitzewellen zu machen, sind es 2025 schon 20 Prozent.
Besonders Wirtschaftsbereiche mit schwerer körperlicher Arbeit wie Handwerk, Bau und Produktion sind von Hitzewellen betroffen. 80 Prozent der Befragten halten auch Alten- und Pflegeeinrichtungen für anfällig, und mehr als die Hälfte sieht die medizinische Versorgung in Krankenhäusern durch Hitze beeinträchtigt. Fast die Hälfte stuft auch den Bildungs- und Betreuungsbereich von Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kindergärten als gefährdet ein. Laut DAK Kinder- und Jugendreport steigt ab 30 Grad bei Kindern das Risiko für behandlungsbedürftige Hitzeschäden wie Sonnenstiche, Krämpfe oder Erschöpfungssymptome.
Wie kann ich mich bei Hitzewellen schützen?
Was kann jeder Mensch selbst tun, wenn es heiß wird? Die Stiftung Gesundheitswissen gibt dazu folgende Tipps:
- Gute Vorbereitung ist wichtig. Durch frühzeitige Besorgungen kann sich jeder auf eine kommende Hitzeperiode vorbereiten. Im Haus sollte unbedingt vorrätig sein: ausreichend Getränke, Sonnenschirme oder Markise für den Balkon oder die Terrasse, Rollläden, Jalousien oder Tücher zum Abdunkeln der Fenster, Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnencreme, kühlende Lotionen oder Kompressen, leichte Kleidung und Bettzeug aus Baumwolle, Leinen oder Viskose.
- Bei Medikamenten gegebenenfalls die Dosis anpassen. Manche Medikamente verändern ihre Wirkung, wenn es zu heiß wird. Für Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, kann es sinnvoll sein, in Rücksprache mit dem Hausarzt die Medikamentendosis während der heißen Tage anzupassen.
- Die Wohnung kühl halten. Mit der eigenen Wohnung kann man sich einen gut temperierten Rückzugsort vor allem in heißen Großstädten schaffen. Dazu möglichst schon nachts die Fenster soweit es geht offen halten. Morgens sollten dann unbedingt alle Fenster zum Durchlüften genutzt werden. Sobald es draußen wärmer wird, alle Fenster zunächst schließen und sofern möglich verdunkeln.
- Leichte Mahlzeiten wählen. Um den Körper bei Hitzewellen zu entlasten, bieten sich leichte Mahlzeiten aus Obst, Gemüse, Salat oder kalter Suppe an. Hilfreich kann es auch sein, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen.
- Genug trinken. Beim Schwitzen verliert unser Körper Wasser und Mineralien. Der Verlust sollte durch eine erhöhte Trinkmenge ausgeglichen werden – empfohlen sind mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag, bei großer Hitze auch mehr. Außerdem das Essen ein bisschen mehr salzen als gewöhnlich.
Klösterliche Tipps bei Hitze
Wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke übersteigen, ist Abkühlung gefragt. Wer die heißen Stunden des Tages nicht am See oder im Schwimmbad verbringen kann, sollte auf ein paar bewährte Tricks der Brüder und Schwestern aus den Klöstern zurückgreifen. Wir haben uns bei einigen Stiften und Orden umgehört und können drei Tipps weitergeben:
- Der Kneippsche Espresso: Es muss nicht der Sprung ins kalte Nass sein: Ein erfrischendes Armbad, auch als Kneippscher Espresso bekannt, hilft zwischendurch, wenn sich ein Leistungsabfall ankündigt und kann einfach im Büro oder unterwegs durchgeführt werden. Dafür das Waschbecken mit kaltem Wasser füllen. Erst den rechten, dann den linken Arm so weit wie möglich eintauchen und unter leichten Bewegungen 20 bis 40 Sekunden im Wasser lassen. Die Arme aus dem Wasser nehmen, das Wasser abstreifen, nicht abtrocknen und die Arme kräftig bewegen, bis ein Wärmegefühl eintritt.
- Weniger schwitzen dank Salbei: Hilfreiche Dienste bei schweißtreibenden Temperaturen leistet der Salbei. Dazu zwei Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Salbeiblätter mit 0,25 l kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Gleich morgens eine Tasse auf nüchternen Magen trinken, am besten ungesüßt. Auch abends ist es sinnvoll, eine Schale Salbeitee zu sich zu nehmen. Zudem kann man damit die Haut an Händen und Füßen abwaschen und sie danach an der Luft trocknen lassen. Der zusammenziehende Effekt des Salbei erfrischt und reduziert die Tätigkeit der Schweißdrüsen.
- Aufatmen hinter kühlen Mauern: Die dicken Steine, aus denen die Klöster erbaut sind, schirmen ab – vor Lärm, aber auch vor Hitze. Angenehm kühl fühlen sich die Temperaturen hinter Kloster- und Kirchenmauern im Sommer an. Wer der Sommerglut entkommen will, sollte einen Abstecher in die nächste Kirche oder Kapelle machen. Nach einigen Minuten in der stillen Kühle ist man körperlich und geistig erfrischt.
*Für den Hitzereport der DAK-Gesundheit wurden 1.531 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren vom Forsa-Institut online befragt. Die repräsentative Erhebung wurde vom 24. Juni bis zum 6. Juli 2025 durchgeführt. Der DAK-Hitzereport wurde 2022 erstmals erstellt.
