Hape Kerkeling ist „Brillenträger des Jahres 2026“
„Die Brille ist das Zepter des Charakters“, sagt Hape Kerkeling. Er sieht in der Brille weit mehr als nur eine Sehhilfe: Für den Künstler ist sie ein unverzichtbares modisches Accessoire, das der eigenen Persönlichkeit Ausdruck verleiht.
Die enge Beziehung zwischen Hape Kerkeling und der Brille entwickelte sich relativ spät: Erst mit etwa vierzig Jahren begann der Entertainer, regelmäßig eine Brille zu tragen. „Gutes Sehen wurde für mich genau in dem Moment zum Thema, als ich im Supermarkt die Zutatenliste auf der Leberwurst nicht mehr lesen konnte“, erinnert er sich. Heute korrigiert er mit der Sehhilfe nach eigenen Worten „die klassische Weitsichtigkeit – also die Arme wurden einfach irgendwann zu kurz für die Zeitung.“
Hape Kerkeling steht beispielhaft für einen ausgesprochen gelassenen und pragmatischen Umgang mit der eigenen Fehlsichtigkeit. „Eine Brille ist das einzige Accessoire, das dich gleichzeitig klüger, interessanter und modisch mutiger wirken lässt“, findet der Schauspieler. Er schätzt aber auch den praktischen Nutzen: „Die Brille ist für mich heute wie ein Vorhang, der aufgeht: Erst mit ihr beginnt die Vorstellung. Besonders wichtig wird sie mir, wenn ich auf der Bühne stehe und sehen möchte, ob die erste Reihe lacht oder gerade diskret auf die Uhr schaut.“
Die Brille ist „pure Magie“
In seiner künstlerischen Arbeit setzt Hape Kerkeling die Brille gezielt als persönliches Ausdrucksmittel ein, um seinen Figuren Profil zu verleihen. „Die Brille ist das Zepter des Charakters“, sagt er. „Nehmen Sie Horst Schlämmer: Ohne dieses spezielle Gestell wäre er nur ein Mann mit Schnappatmung.“ So wird aus einem Accessoire ein dramaturgisches Instrument, das der Rolle Glaubwürdigkeit und Wiedererkennbarkeit verleiht.
Die Brille gebe der Figur ein Visier, meint Hape Kerkeling. „Wenn ich die Brille aufsetze, verändert sich mein ganzer Blick auf die Welt – und die Welt blickt anders auf mich“, sagt der Film- und Buchautor. „Das ist pure Magie aus Acetat und Glas.“
Hape Kerkeling macht Fehlsichtigen Mut
Der Titel „Brillenträger des Jahres“ wird vom Kuratorium Gutes Sehen e.V. verliehen. Das Kuratorium würdigt damit prominente Persönlichkeiten, die dazu beitragen, Vorbehalte gegenüber der Brille abzubauen. Denn die sind immer noch verbreitet: Viele Menschen scheuen davor zurück, dauerhaft eine Sehhilfe zu tragen. Hape Kerkeling begegnet diesem Zögern mit seinem typischen Humor: „Kinderchen, keine Sorge! Man verliert nicht sein Gesicht, man findet es erst.“
Kerkeling ist der inzwischen 21. „Brillenträger des Jahres“. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem Bjarne Mädel, Joko Winterscheidt, Ralph Caspers und Wigald Boning geehrt.
