Zähneputzen? Ein Kinderspiel!

Zähneputzen ist wichtig von Kindesbeinen an

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Schäkern, scherzen, schrubbeln: Macht das Zähneputzen Spaß, greifen Kinder gern zur Bürste. Als spielerisches Ritual im Kreis der Familie wird die Mundhygiene zum abendlichen Highlight.

Unheimliche Mundmonster, Zahnteufelchen, Zahntrolle, fiese Bazillen wie Coccus oder Lactos: Milchzähne haben viele Feinde. Die jeden Tag aufs Neue angreifen. Da braucht es schon echte Helden, um die ständigen Attacken abzuwehren. Und diese Helden haben natürlich auch eine supercoole Waffe, so scharf wie ein Laserschwert: die Zahnbürste. Mit spannenden Geschichten, Gedichten und Liedern macht Kindern das Zähneputzen Spaß – vor allem, wenn Eltern es von Anfang an als fröhliches Familien-Event etablieren. Denn Kinder lieben Rituale im Kreis der Familie.

Deshalb führen Mama und Papa das Zähneputzen am besten schon ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns als festes Zeremoniell ein, morgens und abends. So erlebt das Kind, dass die Zahnpflege genauso wie Anziehen, Waschen und Frühstücken ganz selbstverständlich zum Alltag gehört.

Mein Freund, die Zahnbürste

Säuglinge und Kleinkinder können ihre Zähne natürlich noch nicht richtig putzen. Erst kauen sie nur auf der Zahnbürste herum, später spielen sie damit. Die Eltern sollten das unterstützen, denn so freundet sich das Baby mit seiner Zahnbürste an. Der spielerische Umgang verankert die Zahnpflege als freudiges Ereignis. Beste Voraussetzungen, damit der Nachwuchs auch später gerne zur Zahnbürste greift.

Zusätzlich fördert Musik den Spaß am Putzen. Fröhliche Lieder aktivieren schon beim Neugeborenen das limbische System im Gehirn, die Zentrale unserer Emotionen – Kinder fühlen bereits, bevor sie denken können. Wird das limbische System angesprochen, verankern sich Erlebnisse stärker im Langzeitgedächtnis. Passende Lieder und Texte zum Zähneputzen finden sich im Internet. Ideal zum Selber-Singen eignet sich zum Beispiel das „Zahnputz-Zauberlied“.

Mit den Kindern zusammen putzen

Anfangs ist das Lied nur ein Signal fürs Baby, dass jetzt etwas im Mund passiert. Im zweiten und dritten Lebensjahr werden Kinder durch das Singen musikalisch an die Zahnpflege erinnert. Durch den vierten Vers („Jetzt ist meine Mama dran, fängt bei mir zu putzen an“) fordern Kinder ihre Eltern aktiv mit zum Zähneputzen auf. Bis ins Schulalter hinein müssen die Erwachsenen das Putzen begleiten und beim Sprössling nachputzen. Denn erst ab dem achten Lebensjahr sind Kinder motorisch in der Lage, ihre Zähne alleine richtig zu reinigen.

Auch für ältere Kinder gilt: Es stärkt ihre Motivation, wenn sie bei der Zahnpflege nicht alleine sind. Gemeinsam macht das Putzen einfach mehr Spaß – vor allem, wenn es ein bisschen spielerisch abläuft. So können die Kleinen zum Beispiel versuchen, die Großen zu imitieren. Außerdem kommt es bei vielen Kindern gut an, wenn die Rollen mal getauscht werden und sie bei den Eltern „nachputzen“ dürfen.

App zum Putzen

Unterstützend hilft die Wahl kindgerechter Werkzeuge. Zahnbürsten mit lustigen Motiven oder tierischen Helden erhöhen den Spaßfaktor. Wenn Kinder wenig Lust zum Putzen haben, hilft vielleicht der Wechsel zu einer elektrischen Zahnbürste. Die Technik weckt den Spieltrieb und erleichtert zudem die Reinigung. Elektrobürsten eignen sich schon ab drei Jahren.

Zusätzlichen Spaß im Badezimmer versprechen Zahnputz-Apps, entweder als Aufsatz zur Handzahnbürste oder als Zubehör eines elektrischen Geräts. Eine geeignete App lenkt das Kind nicht ab, sondern vermittelt, worauf es ankommt und animiert zum richtigen Putzen. Eltern sollten auch Kinder, die eine App verwenden, bei der Zahnpflege begleiten und mit ihnen gemeinsam putzen – mit zunehmender Digitalisierung wird der reale menschliche Kontakt immer wichtiger. Eine erste wissenschaftliche Studie zur Nutzung von Zahnputz-Apps konnte zeigen, dass eine regelmäßige Anwendung unter Aufsicht die Zahnpflege von Kindern verbessern kann.

Eingestellt am: 15. Dezember 2017