Ratgeber
Startseite
Gesundheit
Wissenschaft
Kultur
Diäten
Rezeptarchiv
Gewinnspiel
Heftbezug
Kontakt
Sitemap
Impressum

Magazin - Wissenschaft

Darmerkrankungen - Diagnose per Videokapsel

Darmerkrankungen - Diagnose per Videokapsel
Darmspiegelungen sind unangenehm, und sie haben Grenzen: Der Schlauch kann den Verdauungstrakt nicht in voller Lnge erforschen. Eine Kamera-Pille kann die diagnostische Lcke schlieen.

Wenn Mediziner von der Zukunft trumen, schicken sie mikroskopisch kleine U-Boote durch die Adern bis zum Herzen, um damit Verkalkungen frhzeitig aufspren und beseitigen zu knnen. Was in der Blutbahn noch als Utopie gilt, ist im Darm schon heute mglich: Der Patient schluckt eine Miniaturkamera in der Gre einer Penicillinkapsel. Diese Videopille sendet whrend ihrer Reise durch den Verdauungstrakt rund 80.000 gestochen scharfe Bilder, die sich der Arzt danach in aller Ruhe auf dem Monitor anschauen kann.

 

Weier Fleck im Dnndarm 

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Forscher bringt diese schlauchlose Endoskopie wesentliche Fortschritte. Bisher konnten Erkrankungen des Dnndarms oft nur schwer erkannt werden. Ultraschalluntersuchungen oder Rntgenaufnahmen mit Kontrastmittel sind nicht genau genug, und die herkmmliche Darmspiegelung gelingt im Dnndarm kaum der Verdauungstrakt ist mit seinen sieben Metern einfach zu lang, um berall Einblicke per Schlauch zu erlauben.

 

So blieb der mittlere Dnndarm trotz moderner Technik ein weier Fleck auf der medizinischen Landkarte. Aber gerade in diesem Bereich liegt die Ursache einiger ernster Erkrankungen; dazu zhlt in erster Linie der so genannte Morbus Crohn, eine hufige chronische Entzndung mit blutenden Schleimhautgeschwren. Bleibt diese heimtckische Krankheit lngere Zeit unentdeckt, drohen schwere Schden oft bleibt dann nichts anderes mehr brig, als den betroffenen Darmabschnitt chirurgisch zu entfernen.

 

Kein Schlauchersatz 

Mit der Kamerakapsel knnen die rzte nun Geschwre, Polypen oder Tumore im Dnndarm frhzeitig aufspren. Ein vlliger Ersatz fr die herkmmliche Spiegelung kann die Videopille allerdings nicht sein. Denn mit einem Schlauch-Endoskop kann der Arzt nicht nur diagnostizieren, sondern auch gleich behandeln so werden zum Beispiel Polypen sofort entfernt. Auerdem schlingert die Kapsel in Magen und Dickdarm umher wie ein U-Boot ohne Steuerruder. Nur im Dnndarm ist es eng genug, um sie dicht an der Schleimhaut entlang zu fhren. Als Haupteinsatzgebiet gelten deshalb unklare Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, deren Ursache mit den herkmmlichen Diagnosemethoden nicht zu entdecken ist.

 

Licht ins Dunkel 

Fr den Patienten bedeutet die neue Technik eine wesentliche Erleichterung: Er schluckt einfach die Kapsel mit einem Glas Wasser und absolviert dann ganz normal seine alltglichen Aktivitten. Nach acht bis 14 Stunden wird der winzige Darmspion auf natrlichem Wege wieder ausgeschieden. Einzige Unbequemlichkeit: Der Patient bekommt Elektroden auf den Bauch geklebt, und er muss ein Empfangsgert fr die Kapselsignale am Grtel tragen. Die Minipille bringt im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel: Obwohl nur 26 mal 11 Millimeter klein, enthlt sie Lampen, zwei Mikrokameras mit speziellen Weitwinkelobjektiven und eine winzige Batterie, die Energie fr acht Stunden liefert. Einen Motor braucht das Darm-U-Boot zum Glck nicht: Die natrliche Bewegung im Verdauungstrakt reicht als Antrieb aus.

(21.06.2002)

Startseite  Vorherige Seite  Impressum
Ratgeber
Zum Inhalt
Der Pfiffikus aus deiner Apotheke
Zum Inhalt
Apotheken Rätselmagazin
Zum Inhalt