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Magazin - Wissenschaft

Klinische Studie belegt heilende Wirkung von Salzbädern

Klinische Studie belegt heilende Wirkung von Salzbädern
© Verband der Kali- und Salzindustrie e.V.

Patienten mit Psoriasis, die eine PUVA-Bad-Behandlung erhalten, haben weitaus größere Chancen auf eine erhebliche Besserung der Hauterscheinungen als sol­che mit PUVA (photosensibles Psoralen plus UVA-Bestrahlung) als Trockenbehand­lung.

Noch deutlich besser sind die Therapieerfolge, wenn die Phototherapie nicht mit einem Bad im Leitungswasser, sondern mit einem Solebad kombiniert wird. Dass eine Balneotherapie heilende Effekte bei der Schuppenflechte (Psoriasis) hat, und dass Salzzusätze die therapeutische Wirksamkeit noch deutlich steigern, ist lange bekannt. Es erklärt, warum viele Patienten zur Kur ans Tote Meer fahren, wo sie meist eine erhebliche Besserung ihrer Hauterscheinungen erleben. Allerdings fehlten bis­lang klinische Studien, die die heilsame Wirkung der Bäderbehandlung und insbeson­dere der Soletherapie zweifelsfrei belegten. Schon im Jahre 2000 wurde daher die Balneotherapie auch bei der Psoriasis aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen.

Solebad ist Leitungswasser überlegen

In einer Studie unter Leitung von Professor Dr. Ralf-Uwe Peter aus Ulm-Blaustein wurde nun aber dokumentiert, dass die derzeit übliche Behandlung mit photosensibili­sierenden Psoralenen zusammen mit einer UV-A-Bestrahlung (PUVA-Therapie) in ihrer Wirksamkeit erheblich gesteigert wird, wenn der Behandlung ein Solebad vorge­schaltet wird. In der Studie, die unabhängig voneinander vom Deutschen Heilbäder Verband und vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Auftrag gegeben wurde, wurde in einem ersten Schritt die Wirkung einer alleinigen UVB-Bestrahlung mit einer UVB-Bestrahlung nach einem Leitungswasserbad verglichen. „Überraschen­derweise zeigte sich nach der Badbehandlung ein statistisch eindeutig besseres Er­gebnis", sagte Peter bei einem Pressegespräch im Rahmen des Internistenkongresses in Wiesbaden. Die UVB-Bestrahlung nach Leitungswasserbad wurde in einem zweiten Schritt als Referenzbehandlung mit einer UVB-Bestrahlung nach einem Bad in 25prozentiger Salzlösung und mit der PUVA-Therapie (UVA- Behandlung plus Psoralen) verglichen. Insgesamt 1.159 Patienten mit Schuppenflechte nahmen an der Untersuchung teil. Ihre Hautveränderungen wurden eindeutig am besten gelindert, wenn sie vor der UVB-Bestrahlung statt dem Bad im Leitungswasser ein Solebad erhielten. Die Wirk­samkeit war dann fast genauso gut wie bei der Standardtherapie mit PUVA, also bei der Behandlung mit der photosensiblen Substanz Psoralen.

 „Der Anteil der von den Hautveränderungen befallenen Körperoberfläche ging durch das Solebad mit nachfolgender Bestrahlung eindeutig stärker zurück", sagte der Me­diziner. „Damit ist die Wirksamkeit der Balneophototherapie mit einer Starksole nach wissenschaftlichen Kriterien belegt", betonte er in Wiesbaden. Konkret wurden die krankhaften Hauterscheinungen unter der Soletherapie um 70 Prozent reduziert und unter der PUVA-Therapie um 75 Prozent.

Nachhaltige Besserung der Hauterscheinungen

Bedeutsam ist nach Peter ein weiterer Befund: Die Besserung der Hauterscheinungen hielt bei den Psoriatikern auch nach Abschluss der Behandlung an, sogar drei Monate später war die Haut bei Patienten, die das Solebad erhalten hatten, signifikant besser als vor der Therapie, und auch deutlich besser als bei denjenigen im Leitungswasser­bad. Zu hoffen bleibt aus der Sicht des Dermatologen nunmehr, dass die Krankenkassen das Verfahren wieder in ihr Leistungsspektrum aufnehmen werden. Untersucht wird nach Peter derzeit ferner, wie sich verschiedene Solekonzentrationen bei der Behand­lung der Psoriasis auswirken und welche Konsequenzen die Balneophototherapie auf die Lebensqualität der Patienten hat.

(23.08.2006)

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