Ratgeber
Startseite
Gesundheit
Wissenschaft
Kultur
Diäten
Rezeptarchiv
Gewinnspiel
Heftbezug
Kontakt
Sitemap
Impressum

Magazin - Wissenschaft

Insektengift-Allergiker leben gefährlich!

Insektengift-Allergiker leben gefährlich!
© Allergopharma
Allergien sind auf dem Vormarsch. In Deutschland sind ca. 20 Mio. Menschen (25 Prozent der Gesamtbevölkerung) von einer Allergie betroffen - darunter allein 3,3 Millionen Insektengift-Allergiker. Laut Statistischem Bundesamt müssen pro Jahr mehr als 3.000 Insektenstiche von einem Notarzt versorgt werden.

Bei Menschen, die gegen Substanzen im Gift der Insekten allergisch sind, kann jeder Stich zu einer so genannten Anaphylaxie führen. Eine mögliche Folge dieser schweren allergischen Überreaktion ist Kreislaufversagen, das sogar bis zum Tod führen kann. Man schätzt, dass jährlich 100 bis 150 Menschen an einem allergischen Schock sterben. Jede Anaphylaxie muss daher sofort und gezielt behandelt werden. Zur Soforthilfe sollten gefährdete Allergiker deshalb immer ein Notfallset (Adrenalin-Autoinjektor, Kortison und Antihistaminikum) bei sich tragen - und dieses im Akutfall umgehend anwenden. Durch den Adrenalin­-Autoinjektor gewinnt der Betroffene die Sicherheit, einen Insektenstich gefahrlos zu überstehen. Für den langfristigen Schutz empfiehlt sich eine spezifische Immuntherapie.

Anaphylaxie - jede Sekunde zählt

Insektengift-Allergiker zählen neben bestimmten Nahrungsmittelallergikern (Nüsse, Fischeiweiß etc.) zur Hauptrisikogruppe für eine Anaphylaxie. Darunter versteht man eine schwere allergische Sofortreaktion, die häufig überraschend und als Überreaktion bei Kontakt mit einem Allergen (allergieauslösende Substanz) auftritt und tödlich verlaufen kann. Zu einer Anaphylaxie neigen haupt­sächlich Menschen, die schon einmal überraschend stark allergisch reagiert haben. Erste Symptome können sein: Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen, Heiserkeit, pfeifendes und mühsames Atmen, Übelkeit, Blutdruckabfall, Schwindel oder Bewusstseinstrübung. Diese Anzeichen können innerhalb weniger Sekun­den, aber auch erst nach bis zu zwei Stunden auftreten und innerhalb kurzer Zeit zu Kreislaufzusammenbruch, Herzversagen oder sogar bis hin zum Tod führen.

Notfallmedikamente - die sichere Soforthilfe an jedem Ort

Akute allergische Reaktionen können zu jeder Zeit und überall auftreten. Obwohl man Orte, an denen sich Insekten gerne aufhalten wie z. B. Abfallkörbe, Blumen ­oder Obstgärten, meiden kann, ist es dennoch unmöglich, Insekten ganz aus dem Weg zu gehen. Das macht diese Allergie so unberechenbar. Gerade im Sommer, wo man viele Ausflüge in die Natur macht, kann ein Arzt binnen weniger Minuten meist nicht zur Stelle sein. Da jede Anaphylaxie innerhalb kurzer Zeit auch tödlich verlaufen kann, würde der Notarzt im Ernstfall zu spät kommen. Deshalb sollten gefährdete Allergiker immer ein so genanntes Notfallset, bestehend aus einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortison, bei sich tragen. Allergiker, die schon einmal eine Anaphylaxie hatten, sollten den Autoinjektor im Notfall sofort - auch schon beim Auftreten von ersten Anzeichen - anwenden. Das automatisch injizierte Adrenalin wirkt in Sekundenschnelle stabilisierend auf den Kreislauf und verhindert eine Überreaktion des Immunsystems sowie weitere unter Umständen lebensbedrohliche Folgen. Die Anwendung des Injektors ist einfach und sicher - allerdings sollte dies trainiert werden. Generell gilt, dass Allergiker auch möglichst viele Menschen aus ihrem engeren persönlichen Umfeld über die Gefahr einer Anaphylaxie und die im Akutfall notwendige Anwendung des Autoinjektors aufklären sollten.

Langfristiger Schutz für Insektengift-Allergiker

Insektengift-Allergiker können in den meisten Fällen langfristig durch eine spezi­fische Immuntherapie so gut wie geheilt werden. Mit der so genannten Hypo- oder Desensibilisierung wird das Immunsystem über Jahre an immer höhere Dosierungen des Insektengifts gewöhnt, so dass der Körper bei Kontakt mit dem Gift irgendwann keine krank machenden Antikörper mehr bildet. Wichtig ist, dass Allergiker vor und auch während der Behandlung immer das Notfallset in greifbarer Nähe haben.

Wer den Adrenalin-Autoinjektor immer bei sich trägt, ist für den Ernstfall gewapp­net und kann den Sommer mit deutlich weniger Angst vor dem nächsten Insektenstich genießen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im Internet auf den Websites des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (www.daab.de) oder des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen e.V. (www.aeda.de).

 

Tipps für Insektengift-Allergiker

  • Schlagen Sie nicht nach Insekten und vermeiden Sie ruckartige  Bewegungen in der Nähe von Bienen und Wespen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Adrenalin-­Autoinjektor immer bei sich tragen oder in greifbarer Nähe haben - dies gilt auch für Sport- und sonstige Freizeitaktivitäten. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über die Anwendung und trainieren Sie diese mit einem Übungsgerät.
  • Wenden Sie den Autoinjektor SOFORT an, wenn Sie gestochen wurden.
  • Seien Sie besonders vorsichtig beim Verzehr von Speisen im  Freien - süße Speisen und Getränke ziehen Insekten an und sollten draußen nicht gegessen werden.
  • Halten Sie Distanz zu Abfallkörben, blühenden Blumen oder reifen Früchten.
  • Vermeiden Sie das Pflücken von Obst oder Blumen und seien Sie besonders vorsichtig bei Gartenarbeiten!
  • Laufen Sie im Sommer draußen nie barfuß! Bienen halten sich   gern im Klee auf und manche Wespen nisten im Boden.
  • Vermeiden Sie tagsüber Parfüms, parfümierte Kosmetika oder  Haarspray - diese können Insekten anlocken.
  • Verwenden Sie Insektenschutzgitter vor Ihren Fenstern und halten Sie die Autofenster geschlossen.
  • Informieren Sie Ihr persönliches Umfeld über die Allergie und die  bestehende Notwendigkeit, bei einer schweren allergischen Reaktion sofort den Adrenalin-­Autoinjektor anzuwenden.

(13.07.2006)

Startseite  Vorherige Seite  Impressum
Ratgeber
Zum Inhalt
Der Pfiffikus aus deiner Apotheke
Zum Inhalt
Apotheken Rätselmagazin
Zum Inhalt