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Neurodermitiker warten zu lange mit dem Arztbesuch

Neurodermitiker warten zu lange mit dem Arztbesuch
© Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.

Einer aktuellen Umfrage unter fast 1.000 Ärzten zufolge warten fast 37 Prozent der Neurodermitis-Patienten nach dem Auftreten erster Anzeichen wie Juckreiz und Hautausschlag mehr als eine Woche, bis sie zum Arzt gehen. Während dieser Zeit können sich die Symptome jedoch verstärken. Um ein Aufflackern der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung zu verhindern, ist ein gutes "Hautmanagement" gefragt.

Immer häufiger erleben Ärzte Neurodermitis-Patienten, die die Entwicklung ihres Hautzustandes erst einmal abwarten, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Betroffene sollten jedoch erste Symptome wie rote Hautstellen und Juckreiz ernst nehmen und nach Absprache mit dem Arzt sofort behandeln. Eine Heilung der Neurodermitis ist zwar zur Zeit nicht möglich. Es stehen jedoch wirksame Therapien zur Verfügung, die die Symptome lindern und die Anzahl der Schübe verringern können. Oftmals bekommen Betroffene die Krankheit sogar so gut in den Griff, dass sie weitgehend beschwerdefrei sind. Hierzu ist ein konsequentes "Hautmanagement" erforderlich.

Hautmanagement

Grundlage einer Neurodermitistherapie ist eine regelmäßige Basispflege, denn Neurodermitishaut ist extrem trocken und muss täglich mit Feuchtigkeit versorgt werden - auch in beschwerdefreien Phasen. Zur Entzündungshemmung bei ersten Anzeichen eines Krankheitsschubs dienen wirkstoffhaltige Cremes oder Salben. Welche Maßnahmen für den Patienten hilfreich sind, muss gemeinsam mit dem Arzt besprochen werden. Außerdem sollten Neurodermitis-Patienten lernen, Ekzem provozierende Faktoren zu erkennen und möglichst zu vermeiden. Bereits ein „falsches" Nahrungsmittel, Stress im Beruf, Tabakrauch oder ein kratziger Pullover können ausreichen, einen Ekzemschub auszulösen. Sind die Ursachen für die Krankheitsschübe noch ungeklärt, so kann dass Führen eines „Schub"-Kalenders hilfreich sein.

Teufelskreis Juckreiz

Derzeit erkranken jährlich ein Prozent der Erwachsenen an Neurodermitis. Die chronisch-entzündliche und stark juckende Hauterkrankung schränkt die Betroffenen erheblich in ihrer Lebensqualität ein. Besonders während eines schweren Ekzemschubs sind die Patienten in einem Teufelkreis aus Hautentzündungen, Juckreiz und Kratzen gefangen: Um dem quälenden Juckreiz zu entkommen, kratzen viele ihre Haut regelrecht blutig - und riskieren damit, eine Verstärkung der Entzündungen sowie eine Infektion der Haut durch Bakterien oder Viren. Darüber hinaus beeinträchtigt der Juckreiz oftmals die Nachtruhe, sodass die Betroffenen tagsüber müde und in ihrer schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind.

Wenn Cremes nicht mehr helfen

Besonders schwer trifft es rund 800.000 Neurodermitis-Patienten: Bei ihnen sind die Entzündungen so stark ausgeprägt, dass die äußerliche Behandlung mit Cremes immer wieder an ihre Grenzen stößt. Hier kann eine innerliche Behandlung - eine so genannte Immuntherapie - helfen. Sie hemmt diejenigen Zellen im Immunsystem, die bei Menschen mit Neurodermitis übermäßig aktiv sind und die entzündlichen Prozesse fördern. Studien zufolge gehen hierdurch die Symptome bei den meisten Patienten bereits nach zwei Wochen spürbar zurück. Ein anhaltender Behandlungserfolg ist in der Regel spätestens nach sechs bis neun Monaten erreicht. Nach maximal zwei Behandlungsintervallen von je sechs Wochen sind die meisten Patienten für mindestens zwei Jahre beschwerdefrei.

(08.09.2005)

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