Ratgeber
Startseite
Gesundheit
Wissenschaft
Kultur
Diäten
Rezeptarchiv
Gewinnspiel
Heftbezug
Kontakt
Sitemap
Impressum

Magazin - Wissenschaft

Nasenoperationen: Außen hui, innen pfui!

Nasenoperationen: Außen hui, innen pfui!
© Getty Images

Zweifellos zählen Nasenkorrekturen zu den häufigsten Eingriffen der ästhetischen Chirurgie. Doch nicht immer läuft alles nach Plan: Bei vielen Patienten muss nachoperiert werden.

Zu groß, zu schief, zu kurz oder zu lang: Jährlich entscheiden sich mehr als 6.000 Männer und Frauen in Deutschland für eine Nasenkorrektur. Der große Traum von Schönheit ist scheinbar einfach zu erreichen. Doch für viele Patienten kommt das böse Erwachen nach der Operation, denn längst nicht jeder Eingriff ist auch erfolgreich. Schließlich zählen Nasenkorrekturen zu den schwierigsten Eingriffen der ästhetischen Medizin.

Genaue Zahlen über misslungene Nasenkorrekturen sind allerdings nirgendwo erfasst, da nicht einmal Statistiken über allgemeine Behandlungsfehler existieren. Doch die Zahl der Nachoperationen steigt. "Rund 65 Prozent aller Operationen, die ich durchführe, sind auf verpfuschte Eingriffe zurückzuführen", erklärt Dr. med. Kay Rohmann, Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Spezialist für plastische Gesichtschirurgie in Düsseldorf. „Besonders im Bereich der fehlerhaften Augen- und Nasenoperationen wenden sich viele Patienten Hilfe suchend an meine Praxis. Tendenz steigend!"

Was läuft schief?

Neben einem optisch unbefriedigenden Ergebnis kann durch eine misslungene Operation auch die Nasenatmung erheblich behindert sein, was zu Geruchs- und Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen, gehäuften Nasennebenhöhlenentzündungen und empfindlich gestörtem Schlaf führt. Ziel einer operativen Korrektur der Nase ist nicht nur ein harmonisches, ästhetisch befriedigendes Ergebnis, sondern auch eine Beachtung der Nasenfunktion.

Immerhin dient die Nasenatmung zur Anfeuchtung und Aufbereitung der Atemluft, sowohl für die Nasennebenhöhlen als auch für die tieferen Atemwege. Pro Tag werden ca. 2.000 Liter Luft durch die Nase transportiert. Dieser Mechanismus wird durch kosmetische Nasenoperationen, wo nur das Äußere beachtet wird, oftmals zerstört. Eine perfekt durchgeführte Nasenoperation verlangt daher viel Sachkenntnis über den Aufbau und die Funktion der Nase, verbunden mit langjähriger Erfahrung der Nasenchirurgie und einen hohen Anspruch an das ästhetische Empfinden des Chirurgen.

Wie findet man den richtigen Arzt?

Selbst wenn Schönheitsoperationen schon längst kein Tabuthema mehr sind, so spielt die Wahl des Arztes eine wesentliche Rolle. Bei einer operativen Korrektur ist eben nicht nur die äußere Form zu berücksichtigen, sondern auch die Funktion der Nase. Nur die Ausbildung zum Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde schafft die Voraussetzung für eingehende Kenntnisse der Form und Struktur der äußeren sowie auch der inneren Nase und garantiert eine operative Behandlung, die sowohl die Form als auch die Funktion berücksichtigt. Der Operateur sollte deshalb in der Regel ein Hals-Nasen-Ohrenarzt oder aber ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg sein.

Dr. Kay Rohmann bestätigt: „Auch im Bereich der kosmetischen Chirurgie setzt sich eine zunehmende Spezialisierung durch. Wenn also ein kosmetischer Chirurg von Fettabsaugung über Bauchdeckenstraffung bis hin zur Gesichtschirurgie alles anbietet, so wird dies wahrscheinlich nicht immer in der erforderlichen Tiefe durchgeführt werden. Ein zu breites Angebot sollte dem Patienten daher suspekt sein."

Die Wahl des Arztes: Worauf Patienten achten sollten

  • Der Arzt sollte sich demnach gebietsbezogen, also auf eine Körperregion begrenzt, spezialisiert haben und z.B. ausschließlich Fettabsaugungen oder Brustoperationen oder Gesichtschirurgie anbieten.
  • Oftmals wird mit hohen Fallzahlen geworben. Dies sagt jedoch nichts über die Qualität der durchgeführten Operation aus. Hier ist es für den Patienten sinnvoll, sich über die Vorbildung und Ausbildung des jeweiligen Operateurs zu informieren. Eine sorgfältig durchgeführte Nasenoperation benötigt stets zwei Stunden Operationszeit. Berücksichtigt man die notwendige Nachsorge und Beratung von neuen Patienten, so fehlt einem Arzt schlichtweg die Zeit, um pro Jahr mehrere tausend Operationen durchführen zu können.
  • Ganz wichtig ist, dass der Arzt den Patienten im Vorfeld der Operation ausreichend über die erreichbaren Ziele der Nasenkorrektur informiert. Zur Diagnostik ist sicherlich die Durchführung einer Computertomographie sinnvoll. Anhand von Fotodokumentationen sollte mit dem Patienten das erwünschte, aber auch das erreichbare Operationsziel diskutiert werden.
  • Hilfreich kann auch ein Kontakt zu einem bereits von dem Arzt operierten Patienten sein. Vielen Patienten nimmt ein solches Gespräch mit einem „Leidensgenossen" mögliche Ängste.
  • Ein weiteres Qualitätsmerkmal können Fallstatistiken des Operateurs oder der Klinik sein, die genaue Angaben über bisher eingetretene Risiken oder Nebenwirkungen wie Nachblutung, Infektionen oder notwendige Nachoperationen widerspiegeln.

(21.06.2005)

Startseite  Vorherige Seite  Impressum
Ratgeber
Zum Inhalt
Der Pfiffikus aus deiner Apotheke
Zum Inhalt
Apotheken Rätselmagazin
Zum Inhalt