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Magazin - Wissenschaft

OP ohne Heimweh

OP ohne Heimweh
© Techniker Krankenkasse

Die ambulante Operation erspart Kindern und Eltern das Krankenhaus. "Für die kleinen Patienten ist der wichtigste Vorteil, dass sie prak­tisch gar nicht von ihren Eltern getrennt werden", erklärt Kinderchirurg Dr. Ingo Dittrich die Vorzüge des ambulanten Operierens.

Als der Leistenbruch des kleinen Moritz (dreieinhalb Jahre alt) operiert werden musste, war seine erste Frage: "Muss ich da schlafen?" Doch seine Mutter konnte ihn beruhigen: Der Eingriff wird in der Arztpraxis vorgenommen, sie wird die ganze Zeit bei ihm sein und ihn dann wieder mit nach Hause nehmen. Abends hat Moritz schon wieder in seinem Zimmer mit seinem Schaufelbagger gespielt.

Erholung in gewohnter Umgebung

Der medizinische Fortschritt macht es möglich: Dank modernster Operationsmethoden und sanfterer Narkoseverfahren können immer mehr operative Eingriffe inzwischen ambulant vorgenommen wer­den. TK-Experte Andreas Meusch: "Für die Patienten ist es viel an­genehmer, sich in gewohnter Umgebung von dem Eingriff zu erho­len. Das eigene Bett und die Familie direkt in der Nähe sind Fakto­ren, die sich nach unserer Erfahrung sehr positiv auf die Heilung der Patienten auswirken." Für die Eltern bedeutet dies oft eine große Er­leichterung, denn meist ist es mit vielen Unannehmlichkeiten und Kosten verbunden, wenn ein Elternteil beim Kind im Krankenhaus übernachten möchte. In vielen Familien ist dies auch gar nicht ohne weiteres möglich, weil noch andere Kinder versorgt werden müssen.

Fast 400 verschiedene Eingriffe möglich

Ambulante Operationen kommen bei den Patienten in Deutschland gut an. Immerhin gut 98 Prozent würden sich bei einem erneuten Eingriff wieder dafür entscheiden. Das ist das Ergebnis einer TK-Befragung unter 7000 Patienten, die zwischen 2000 und 2003 in 220 Arztpraxen ambulant operiert wurden. Fast 400 verschiedene operative Eingriffe - vom Leistenbruch bis zum Grauen Star - können mittlerweile ambulant in der Arztpraxis

oder im Krankenhaus durchgeführt werden. Andreas Meusch hierzu: "Grundsätzlich kann sich jeder Patient ambulant operieren lassen, unabhängig vom Alter. Bei einigen Patienten spricht jedoch der Ge­sundheitszustand dagegen. Menschen mit starkem Übergewicht, bestimmten Erkrankungen an Herz oder Lunge, eingeschränkter Nierenfunktion oder starker Zuckerkrankheit sollten nach der OP sta­tionär überwacht werden."

Notfallnummer für Rückfragen

In den ersten 24 Stunden nach der Operation sollte der Patient nicht allein sein. Kann die Betreuung zu Hause nicht von Freunden oder Verwandten übernommen werden, kann der Vertragsarzt auch eine häusliche Krankenpflege verordnen, für die die TK die Kosten über­nimmt. Für Rückfragen ist der Chirurg unter einer Notfallnummer auch nachts und am Wochenende rund um die Uhr erreichbar.

Weitere Informationen zum Thema enthält die Broschüre "Ohne Kof­fer zur OP", die in allen Geschäftsstellen der Techniker Kranken­kasse erhältlich ist, sowie die Internetseite www.ambulant­operieren.info.

(21.07.2004)

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