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Magazin - Wissenschaft

Telemedizin-Service für Herz-Patienten

Telemedizin-Service für Herz-Patienten
© Foto: Bosch

Die Angst ist ihr ständiger Begleiter. Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen fürchten den Herzinfarkt und in dieser lebensgefährlichen Situation alleine, ohne Hilfe zu sein.

Sie verzichten darauf, Sport zu treiben, meiden Reisen und schränken ihre sozialen oder gesellschaftlichen Aktivitäten ein. Die Folge ist ein großer Verlust an Lebensqualität. Diesem Personenkreis gibt die Telemedizin-Dienstleistung „Herz-Kreislauf-Monitoring“ der Vitaphone GmbH ein Stück Sicherheit, Mobilität und damit Lebensqualität zurück. Bei dieser Dienstleistung nutzt Vitaphone den 24-Stunden-Service des Bosch Communication Centers.

Muskelgewebe kann absterben

Kurze Reaktionszeiten sind bei der Behandlung des Herzinfarkts der wichtigste Faktor. Mit jeder vergehenden Minute steigt das Risiko, dass Herzmuskelgewebe aufgrund der mangelnden Sauerstoffversorgung abstirbt und irreparable Schäden entstehen. Deshalb muss beim Auftreten der typischem Symptome wie Schmerzen in Brust, Schulter, Rücken oder Armen in Verbindung mit Atemnot, Übelkeit oder Todesangst möglichst schnell geklärt werden , ob es sich um einen Infarkt oder ein anderes bedrohliches kardiologisches Ereignis handelt.

 

Hilfe per Notfalltaste

 

Patienten, die Teilnehmer des Herz-Kreislauf-Monitorings sind, besitzen ein spezielles Handy, das „Vitaphone 2200“. Dieses Handy ist ein Mobiltelefon mit integriertem Satellitennavigationssystem auf GPS-Basis sowie vier Elektroden auf derRückseite, die im Bedarfsfall ein EKG ableiten. Spüren die Patienten typische Symptome, drücken sie die Notfalltaste des Handys und bauen damit eine Sprechverbindung zum Bosch Communication Center auf. Zeitgleich übermittelt das Handy per SMS die genauen Positionsdaten.

Experten stehen zur Verfügung

Im Service-Center steht den Patienten rund um die Uhr qualifiziertes medizinisches Fachpersonal wie Kardiologen und Internisten zur Verfügung. Sie sehen auf dem Monitor den Aufenthaltsort des Patienten, die Krankengeschichte, die Adresse des behandelnden Arztes sowie die für diese Region zuständige Rettungsleitstelle. Das Personal gibt dem Patienten erste Hilfeanweisungen. Innehalb von 20 Sekunden nach dem Ende der Sprechverbindung kann der Patient die Elektroden des Handys an die Brust legen und ein EKG ableiten, das automatisch zum Communication Center übermittelt wird. Liegen dort die EKG-Daten vor, entscheidet ein Internist oder Kardiologe, ob und welche weiteren Schritte notwendig sind und erläutert diese per Rückruf dem Patienten. Dieser Service kann vom Patienten zu Hause wie auch beim Joggen im Wald oder im Urlaub und selbst im europäischen Ausland genutzt werden.

Arzt erhält Informationen

Das Vitaphone-Service-Paket ersetzt weder den Hausarzt noch den Facharzt. Vielmehr ist es eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden medizinischen Betreuung. Alle Patienten-Informationen und EKG-Daten, die im Bosch Communication Center ankommen, werden automatisch per Fax dem behandelnden Arzt kostenlos zur Verfügung gestellt. Er erhält so wichtige zusätzliche Informationen zur Diagnostik und für die Therapie.

 

Zahlreiche Risikogruppen

 

Der Herzinfarkt ist mit etwa 350.000 Fällen pro Jahr in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen. Zu den Risikogruppen gehören neben Menschen, die bereits einen Infarkt erlitten haben, vor allem Raucher, Diabetiker, Menschen mit Bluthochdruck oder zu hohen Cholesterin-Werten, Übergewichtige sowie Frauen, die gleichzeitig die Pille nehmen und rauchen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums trifft eine dieser Voraussetzungen auf mehr als die Hälfte aller Bundesbürger zwischen 25 und 69 Jahren zu.

(10.07.2003)

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