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Magazin - Wissenschaft

Alternative zur Menikusteilentfernung

Alternative zur Menikusteilentfernung
© Centerpulse Germany GmbH

Das Collagen Meniskus Implantat (CMI) ist eine Alternative zur Meniskusteilentfernung und seit dem Jahr 2000 auf dem europäischen Markt zugelassen. Aktuelle klinische Studienergebnisse aus den USA bestätigen jetzt, dass mit dem CMI Spätfolgen der Meniskusteilentfernung wie Arthrose vermieden oder zumindest hinausgezögert werden können.

Eine US-amerikanische Machbarkeitsstudie liefert die ersten Langzeitergebnisse: Bei den acht teilnehmenden Patienten wurde 1995 – 1996 das Collagen Meniskus Implantat (CMI) implantiert. Die Nachuntersuchungen der Patienten zwischen fünf und sieben Jahren nach der Implantation ergaben, dass das neugebildete Meniskusgewebe von stabiler Konsistenz ist und damit seine Aufgabe, die Knorpeloberflächen zu schützen und damit Arthrose zu vermeiden, sehr gut erfüllen kann.

Eine weitere, noch laufende multizentrische Studie in den USA bestätigt diese Resultate. Die Nachuntersuchungen von 86 Patienten ein Jahr nach der CMI-Implantation zeigen, dass die Patienten durchschnittlich wieder über 72 % des ursprünglichen Meniskusvolumens verfügen. Nach einer konventionellen Meniskusteilentfernung bleibt durchschnittlich lediglich ein Restvolumen von 42 % erhalten.

Beide Studien zeigen, dass die CMI-Patienten ein Aktivitätsniveau erreichen, das mit dem vor ihrem Unfall vergleichbar ist.

Leitschiene für körpereigene Zellen

Das CMI hat eine schwammartige Struktur und besteht aus hochgereinigtem tierischen Kollagen. Das Implantat wird mittels Arthroskopie eingeführt und anstelle des geschädigten Meniskusgewebes angenäht. Das CMI funktioniert als Leitschiene für körpereigene Zellen. Der Körper bildet entlang dieser Leitschiene meniskusähnliches Gewebe. Parallel dazu baut sich das CMI langsam ab, bis zuletzt nur noch das eigene, neue Gewebe des Patienten zurückbleibt. Damit ist das CMI eine Alternative zur Meniskusteilentfernung.

 

Nur kleine Risse können genäht werden

 

In Europa werden jährlich circa 355.000 Meniskusverletzungen behandelt. Kleine und periphere Risse im durchbluteten Knorpelgewebe können genäht werden. Bei den meisten Verletzungen muss der Meniskus jedoch teilweise oder vollständig entfernt werden.

Abnahme der Kontaktfläche

Abnahme der Kontaktfläche
© Centerpulse Germany GmbH

Die partielle Meniskektomie, d. h. die teilweise Entfernung des Meniskusgewebes, ist für sich genommen ein kostengünstiger Eingriff. Der Patient erlangt danach zunächst die normale Kniefunktion zurück.

Biomechanische Studien haben aber gezeigt, dass es schon bei einer Meniskusteilentfernung zu einer Abnahme der Kontaktfläche und damit zu einer Zunahme der Flächenpressung kommt. Der verbleibende Meniskus kann somit seine Aufgabe als Stoßdämpfer und Schutz des Gelenkknorpels nicht mehr vollständig erfüllen.

 

Kniearthrose droht

 

Bei rund 35 % der Operierten tritt mit der Zeit eine Kniearthrose (degenerativer Verschleiß des Gelenkknorpels) auf. Bei fortgeschrittener Arthrose muss sogar ein künstlicher Kniegelenkersatz implantiert werden, der hohe Behandlungs- und Rehabilitationskosten verursacht. Dazu kommt, dass die Endoprothese in der Regel nach circa 10 bis 15 Jahren gewechselt werden muss.

Es wird erwartet, dass mit dem CMI Spätfolgen wie Arthrose und damit der Einsatz von künstlichem Gelenkersatz verhindert oder zumindest hinausgezögert werden können. Die aktuell vorliegenden klinischen Ergebnisse bestätigen diese Erwartung. Das CMI spart auf diese Weise nicht nur Kosten, sondern bedeutet auch einen enormen Zugewinn an Lebensqualität für die Patienten.

Schrittweise Einführung in Europa

Das CMI hat im Januar 2000 die CE-Zulassung in Europa erhalten und wird nun schrittweise in ausgesuchten, spezialisierten orthopädischen und unfallchirurgischen Kliniken eingeführt. Weltweit wurden bislang mehr als 470 dieser künstlichen Menisken implantiert, in Deutschland mehr als 110.

Patienten, die vor einer Meniskusteilentfernung stehen, sollten vorab ihre Krankenkassen konsultieren. Die Kosten für das CMI werden nicht von allen Kassen übernommen.

(03.06.2003)

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