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Was hilft bei nächtlichen Wadenkrämpfen?

Expertenrat online: Das fragten die Leser – hier antwortet der Experte

Zahlreiche Nutzer von ratgebergesund.de haben uns eine E-Mail geschrieben mit ihrer Frage zum Thema „nächtliche Wadenkrämpfe“, um sich kostenlos den Rat unseres Experten Dr. Jörg Hüve zu holen. Lesen Sie hier seine Antworten.

Britta fragt: "Ich habe sehr unangenehme Wadenkrämpfe in der Nacht. Die werden fürchterlich hart und schmerzen unendlich, trotz Einnahme von Magnesium 500 mg jeden Abend. Was kann ich machen?"

Die Antwort von Dr. Hüve: Sorgen Sie für Entspannung der Beine am Abend. Sie können zum Beispiel vor dem Fernseher einen Igelball mit den nackten Füßen rollen, oder lassen Sie sich die Waden vom Partner massieren. Nehmen Sie bitte weiterhin Magnesium ein, da es eine Zeit dauert, bis ein ausreichender Magnesiumspiegel im Blut erreicht wird. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Gisela fragt: "Ich habe fürchterliche Krämpfe in der Nacht. Das geht von den Zehen bis in die Kniekehlen, beide Beine bis zu dreimal die Nacht. Die linke Hand krampft tagsüber, sodass ich sie minutenlang nicht bewegen kann, ist aber lange nicht so schmerzhaft wie in den Beinen. Ich nehme schon die höchste Dosis Magnesium. Können Sie mir helfen?"

Die Antwort von Dr. Hüve: Bitte nehmen Sie Magnesium weiterhin ein, da es eine Zeit dauert, bis sich ein optimaler Magnesiumspiegel im Blut aufgebaut hat. Sorgen Sie tagsüber für ausreichend Bewegung, auch eine tägliche Beinmassage durch den Partner ist sinnvoll. Bewährt hat sich außerdem ein abendliches Fußbad mit warmem Wasser, da das die Muskeln entspannt. Bei anhaltenden Beschwerden fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Inge fragt: "Ich nehme seit fast einem Jahr Tamoxifen. Ich habe seither wahnsinnige Beinkrämpfe. Die Krämpfe steigern sich immer mehr und es ist fast nicht mehr zum Aushalten. Ich nehme jeden Abend Magnesium ein und weiß nicht, was ich sonst noch machen kann. Bitte helfen Sie mir."

Die Antwort von Dr. Hüve: Leider kann ich Ihnen nicht helfen. Relativ häufig kommt es unter der Einnahme von Tamoxifen zu den unangenehmen, schmerzenden Wadenkrämpfen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Onkologen.

Frank fragt: „Ich habe nachts Krämpfe, immer im rechten Bein, nicht nur in der Wade, sondern überall. Ich nehme täglich Medikamente ein – Quetiapin, Doxepin, Novaminsulfon und ein Lungenspray. Seit einer Woche auch Magnesium, aber es ist noch nicht besser.“

Die Antwort von Dr. Hüve: Muskelkrämpfe äußern sich durch ein plötzliches Anspannen der Muskeln. Neben den Waden können auch die Oberschenkel oder Füße betroffen sein. So plötzlich wie der Schmerz kommt, geht er oft auch wieder weg. In einigen Fällen kann er jedoch bis zu zehn Minuten anhalten und immer wieder auftreten. Aber egal, an welcher Stelle und wie lange – den Schlaf stören die unangenehmen Krämpfe allemal. Nehmen Sie weiterhin Magnesium ein. Nach einer Woche kann sich noch keine Veränderung bemerkbar machen. Eine Nahrungsergänzung mit Magnesium sollte auf jeden Fall mindestens sechs Wochen durchgeführt werden. Haben Sie Geduld: Bis die Speicher im Körper wieder aufgefüllt sind, dauert es sogar noch länger. Ich empfehle Ihnen ein hochdosiertes Magnesiumpräparat aus der Apotheke. Bei Waden- und Beinkrämpfen bitte das Magnesium abends einnehmen. Medikamente wie zum Beispiel Cortison können Auswirkungen auf die Magnesiumspiegel im Körper haben und einen Mangel fördern. Außerdem treten bei der regelmäßigen Einnahme bestimmter Medikamente möglicherweise Muskelkrämpfe oder Zittern als Nebenwirkung auf. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese Zusammenhänge und die richtige Magnesium-Dosierung. Ob Sie Magnesium als Brausetabletten oder Kapseln einnehmen, spielt für die Wirkung keine Rolle.

Udo fragt: „Stichwort Oberschenkel-Krämpfe: Ich sitze nun die dritte Nacht hintereinander nach einer Krampfattacke auf der Bettkante. Ich habe eine gut ausgewogene Verpflegung – awechslungsreich, frisches Obst, Gemüse – und nehme Magnesiumtabletten ein. Dennoch kommt es zu diesen schweren Krämpfen. Ich traue mich im Bett kaum noch zu bewegen. Was soll ich tun? Auch die Dehnungsübungen führe ich durch. Gibt es da keine Medizin?"

Die Antwort von Dr. Hüve: Tatsächlich gibt es Medikamente gegen nächtliche Krämpfe. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese Option. Dieser wird auch untersuchen, ob die nächtlichen Krämpfe unter Umständen aufgrund organischer Erkrankungen der Knochen, Muskeln oder Nerven entstehen oder durch die Gabe von Medikamenten beeinflusst sind. Achten Sie darauf, mindestens 375 mg Magnesium pro Tag einzunehmen und dies regelmäßig über einen längeren Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Danach können Sie eventuell auf ein niedriger dosiertes Präparat umsteigen.

Bärbel fragt: „Die Wadenkrämpfe erwischen mich immer nachts. Das ist so unangenehm und schmerzt höllisch. An geruhsames Weiterschlafen ist danach nicht mehr zu denken. Gibt es eine Sofort-Hilfe-Maßnahme?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Sprechen Sie ruhig einmal mit Ihrem Hausarzt darüber. Wenn ernsthaftere Ursachen ausgeschlossen sind, empfehle ich Ihnen ein regelmäßiges Dehnen der betroffenen Wadenmuskulatur. Im Liegen können Sie im Akutfall die Fußspitze umfassen und sie zu sich heranziehen, dann strecken Sie Ihr Bein durch. Als mögliches Hilfsmittel kann ein Handtuch oder Schal hilfreich sein. Im Stehen oder Sitzen können Sie Ihre Ferse fest auf den Boden pressen, Fußspitze zum Körper heranziehen und das Bein durchstrecken. Je mehr Sie die Hüfte vorsichtig beugen, umso intensiver spüren Sie die Dehnung in der Wadenmuskulatur bis zur hinteren Oberschenkelmuskulatur. Wichtig ist, dass Sie in sich hineinspüren und die Übung sanft durchführen. Versierte Anleitungen erhalten Sie auch in Sportgruppen, beim Physiotherapeuten oder über die Volkshochschulen. Fragen Sie Ihre Krankenkasse – oft gibt es Zuzahlungen von bis zu 80 Prozent.

Dorothee fragt: „Magnesium ist ja wichtig für so viele Dinge, die im Körper ablaufen. Es soll auch gegen nächtliche Wadenkrämpfe helfen. Nun habe ich gehört, dass Mandeln besonders viel Magnesium enthalten. Stimmt das? Und welche Alternativen gibt es?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Um Wadenkrämpfen vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, genügend Mineralstoffe wie Magnesium zu sich zu nehmen. Magnesium steckt tatsächlich in Mandeln und Nussfrüchten wie Walnuss oder Haselnuss. Gute Lieferanten sind zudem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Obst (Himbeeren, Bananen, Kiwis und Ananas). Auch Zartbitterschokolade gilt als gute Magnesiumquelle. Um Ihren Magnesiumbedarf mit Mandeln zu decken, müssten Sie allerdings täglich 200 Gramm verzehren. Empfehlenswert sind aber nur 3 Mandeln pro Tag – auch wegen des hohen Kaloriengehalts. Ich empfehle zur Entspannung der Muskulatur ergänzend die Zufuhr von hochdosiertem Magnesium, am besten aus der Apotheke (wie z.B. Biolectra Magnesium, rezeptfrei). Fehlt Magnesium als Gegenspieler von Calcium, können die Muskeln nicht richtig arbeiten und neigen zu Krämpfen und Verspannungen.

Dieter fragt: „Vor dem Einschlafen zucken meine Muskeln. Ist das womöglich ein Hinweis auf einen nächtlichen Wadenkrampf?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Das Zucken der Muskeln vor dem Einschlafen kennt wohl jeder. Es ist oft bei Kleinkindern zu beobachten, bei älteren Menschen eher weniger oft. Wenn es zuckt, erschreckt man für einen kurzen Moment und der Herzschlag steigt an. Diese sogenannten Myoklonien sind in der Regel vollkommen harmlos. Es können zwei oder drei Zuckungen sein, bevor Sie einschlafen. Erst wenn die Zuckungen Sie am Einschlafen hindern, ist der Gang zum Arzt anzuraten. Achten Sie darauf, nicht zu viel Kaffee zu trinken, sich am Abend nicht so ausgiebig zu bewegen und reduzieren Sie Stress – diese Faktoren begünstigen das Auftreten der Zuckungen.

Alexander fragt: „Ich habe zwar nachts keine Probleme, aber beim Sport oft Krämpfe. Gibt es eine Möglichkeit, vorzubeugen?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Wenn Krämpfe beim Sport auftreten, kann unter anderem ein Magnesiummangel die Ursache sein. Denn durch das starke Schwitzen bei ausgeprägtem Training kommt es auch zu einem Verlust von Mineralstoffen. Gleichen Sie das Defizit regelmäßig aus, um Mangelerscheinungen und Krämpfe zu vermeiden.

Christine fragt: „Das Magnesium-Angebot ist riesig. Welches Präparat ist bei Muskelkrämpfen am besten geeignet?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Sie sollten bei der Wahl eines geeigneten Produktes auf speziell entwickelte Magnesiumpräparate aus der Apotheke achten. Aufgrund strenger Prüfkriterien können Sie sich hier auf die Qualität verlassen. Ein weiterer Vorteil: Der Apotheker steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Wenn die Krämpfe häufig wiederkehren, ist außerdem eine ausreichend hohe Dosierung wichtig, die Produkte aus der Apotheke gewährleisten können. Der Magnesium-Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 300 und 400 Milligramm, kann jedoch in bestimmten Situationen erhöht sein. Nicht zuletzt ist eine einfache Anwendung wichtig: Je bequemer die Einnahme, desto eher bleiben Sie am Ball, denn es benötigt einige Zeit, bis die Magnesiumspeicher wieder aufgefüllt sind. Beispielsweise sind Magnesium-Kapseln erhältlich, die nur einmal täglich eingenommen werden müssen. Micro-Pellets erlauben die Anwendung ohne Wasser und sind besonders praktisch für unterwegs. Wenn Sie hochdosiertes Magnesium über zwei bis drei Monate zuführen, füllen sich die Magnesiumspeicher des Körpers nach und nach wieder auf. Allgemein ist Magnesium gut verträglich und kann bei gesunder Nierenfunktion über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Petra fragt: „Bisher habe ich nur selten Wadenkrämpfe. Ich habe gelesen, dass auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr schuld sein kann. Das wäre dann ein Problem für mich, da ich kaum Durst verspüre. Was empfehlen Sie mir vorbeugend?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Sie sollten unbedingt darauf achten, ausreichend zu trinken. Das ist grundsätzlich sehr wichtig für einen reibungslosen Stoffwechsel. Allgemein sind mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit für einen gesunden Erwachsenen pro Tag schon wichtig. Ein guter Richtwert ist etwa 35 ml pro Kilogramm Körpergewicht, bei Säuglingen und Kindern ist es etwas mehr. Wenn es Ihnen schwerfällt, auf die empfohlene Menge Flüssigkeit pro Tag zu kommen, helfen einfache Methoden weiter: Stellen Sie sich die erforderliche Menge an Flüssigkeit pro Tag in Flaschen bereit und versuchen Sie diese im Laufe des Tages zu leeren. Tragen Sie Ihre Ergebnisse in ein Trinktagebuch ein. Unterstützend kann auch ein Wecker sein, den Sie über Ihr Handy aktivieren. Lassen Sie sich alle 1,5 Stunden daran erinnern, ein Glas zu trinken. Oder Sie nutzen eine der vielen kostenlosen Gesundheits-Apps. Damit es nicht zu langweilig wird, frischen Sie Ihr Wasser mit selbstgemachten Aromen auf – zum Beispiel mit einem Spritzer Zitrone, mit aufgeschnittenen Früchten (Apfel, Birne, Beeren, Orange), Kräutern (Minze, Rosmarin, Fenchel, Basilikum), mit Saft oder mit einem Rest Kräutertee.

Mareike fragt: „Hilft eine Banane gegen Krämpfe?“

Die Antwort von Dr. Hüve: Bananen gehören sicherlich in die Hitliste der Magnesiumlieferanten – genauso wie Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sowie Sonnenblumenkerne und Leinsamen. Der Verzehr einer Banane, so lecker sie auch ist, reicht aber keineswegs aus, um Krämpfe zu verhindern.

Eingestellt am: 1. August 2019