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Magazin - Gesundheit
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Darmerkrankungen: Was tun bei Divertikeln?
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 |  | © Imago |
Divertikel können überall im Dickdarm entstehen. Die Ausbuchtungen bilden sich an Schwachstellen in der Darmmuskulatur. Ungesunde Ernährung mit hohem Fleisch- und Fettanteil und Bewegungsmangel spielen bei der Entstehung von Divertikeln eine wichtige Rolle, auch Übergewicht und eine altersbedingt zunehmende Gewebeschwäche.
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Divertikel gelten als Zivilisationskrankheit. Weil wir zu viel sitzen und zu wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffe essen, wird auch der Darm träge und der Nahrungsbrei nicht zügig weitertransportiert. Vor allem ältere Menschen leiden deshalb häufig an Verstopfung. Der zu feste Nahrungsbrei und starkes Pressen beim Stuhlgang erhöhen den Druck im Darm. Insbesondere das altersgeschwächte Darmgewebe gibt dem Druck in den Lücken der ringförmigen Muskelschicht schließlich nach: Ausstülpungen entstehen, die einen Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu drei Zentimetern haben können. Solche Prozesse führen im Lauf der Zeit zu mehr oder minder zahlreichen Divertikeln. Mediziner sprechen dann von einer Divertikulose.
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Entzündung und Infektion
Eine Divertikulose verursacht meist keine Beschwerden und muss deshalb auch nicht ärztlich behandelt werden. Die kleinen Ausbuchtungen werden oft nur zufällig bei einer Darmuntersuchung entdeckt. Doch die Schleimhauttaschen im Darm können sich auch entzünden, zum Beispiel wenn sich Kotreste in den Ausbuchtungen festsetzen und Blutgefäße verletzt werden. Druckempfindlichkeit und Schmerzen im linken Unterbauch, wo die meisten Divertikel sitzen, können ein Hinweis auf eine solche Entzündung (Divertikulitis) sein, ebenso Blut- und Schleimbeimischungen im Stuhl. WeitereSymptome sind häufig Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie Verdauungsbeschwerden und Blähungen.
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Bei Beschwerden gleich zum Arzt
Eine Divertikulitis muss umgehend ärztlich behandelt werden, weil sie zu gefährlichen Komplikationen wie Abszessen und einer Blutvergiftung führen kann. Vor allem wenn bereits mehrere Entzündungsschübe aufgetreten sind, können durch Vernarbungen Engstellen im Darm (Stenosen) entstehen und die Verdauung behindern bis hin zum drohenden Darmdurchbruch. Platzen die Divertikel, kommt zu einer Bauchfellentzündung mit weiteren schweren Komplikationen.
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Behandlung je nach Schweregrad
Entscheidend für die Therapie ist die gesundheitliche Situation des Betroffenen. Bei einer einfachen Divertikulose helfen in der Regel schon eine Umstellung der Ernährung auf ballaststoffreichere Kost und mehr Bewegung sowie gegebenenfalls eine Gewichtsabnahme. Bei der Erstbehandlung einer Divertikulitis erhalten Betroffene je nach Schweregrad ambulant oder stationär Antibiotika und Spasmolytika bei eingeschränkter Nahrungsaufnahme. Bei wiederholten Entzündungsschüben oder drohenden Komplikationen ist eine Operation jedoch oft unvermeidbar, das ist jedoch nur bei etwa jedem fünften Patienten der Fall.
Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. In der Regel wird die Operation erst nach Abklingen der akuten Beschwerden durchgeführt. Dabei wird der erkrankte Darmabschnitt entfernt. Nur bei Notfall-Operationen lässt sich ein künstlicher Darmausgang oft nicht vermeiden.Doch wird er bei guter Wundheilung nach einigen Wochen oder Monaten wieder an seinen eigentlichen Ort zurückverlagert.
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(18.04.2012)
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