|
|
Magazin - Gesundheit
|
Sportskanone oder Couch-Potato - Weichen werden in der Kindheit gestellt
|
 |  | © Techniker Krankenkasse |
Drei Viertel aller Freizeitsportler waren auch während ihrer Schulzeit sportlich aktiv. Wer dagegen seine Kindheit träge vor dem Computer oder Fernseher verbringt, stellt die Weichen für ein Leben als Couch-Potato: Fast neun von zehn Erwachsenen, die in ihrer Kindheit keinen Sport getrieben haben, bewegen sich auch heute nicht regelmäßig.
|
|
Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). "Um dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern gerecht zu werden, ihnen ein konzentriertes Lernen zu ermöglichen und die Freude am Sport zu erhalten, sollte in der Schule jeden Tag Raum für eine Stunde Bewegung sein – egal, ob Sportunterricht oder gemeinsames Toben auf dem Schulhof", fordert Dr. Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements der TK. Zwei Drittel derjenigen, die als Kinder viel auf dem Sportplatz waren, haben Spaß an Bewegung, und die Hälfte von ihnen kann sich gar "ein Leben ohne Sport nicht vorstellen". Dagegen hat jeder Dritte, der seine Kindheit ohne Sport verbracht hat, ein schlechtes Gewissen, dass er mehr Sport treiben müsste. Jeder Fünfte bewegt sich überhaupt nur auf Drängen seines Arztes. Ebenso viele der kleinen Couch-Potatoes sagen noch als Erwachsene, Sport sei Mord. "Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und Spaß daran, zu toben und aktiv zu sein. Es ist wichtig, dass Eltern, Erzieher und Lehrer sie darin bestärken und ihnen auch die Gelegenheit geben, sich auszutoben", sagt Voermans. Denn auch wenn es nie zu spät ist, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen, wird die Hemmschwelle laut der Ärztin immer größer, je älter man wird.
|
Freude an der Bewegung
Der innere Schweinehund, der den gemütlichen Abend auf dem Sofa der Sporteinheit vorzieht, macht fast jedem zu schaffen: Zwei von drei Bundesbürgern verbringen ihren Feierabend am liebsten auf der heimischen Couch. "Wer sich den kindlichen Spaß am Sport erhält, behält beim Kampf mit dem inneren Schweinehund die Oberhand", sagt Voermans. Die Ärztin betont deshalb, wie wichtig es für Kinder ist, eine Bewegungsform zu finden, die ihnen Freude macht: "Tanzen, Inlineskaten, Judo oder einfach auf dem Schulhof bolzen – für jedes Kind gibt es die richtige Sportart, an der es Spaß hat. Egal, ob im Verein oder im Hinterhof, wichtig ist die Freude an der Bewegung." Der Nachholbedarf bei Frauen ist dabei größer als bei Männern: Während mehr als jeder zweite Mann angibt, in seiner Schulzeit sehr viel Sport getrieben zu haben, sagt dies nur jede dritte Frau. Jede fünfte Befragte gab sogar an, sich früher außerhalb des Schulsports überhaupt nicht bewegt zu haben. "Für Jungen hat es eine größere Bedeutung, sportlich und athletisch zu sein – sportliche Jungs sind oft besonders beliebt und anerkannt. Unter Mädchen spielen auch andere Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft und Kreativität eine große Rolle", sagt Voermans.
|
Bewegungsmangel hat gravierende Folgen
Verkümmert der natürliche Bewegungsdrang schon in der Kindheit, sind die Folgen gravierend. So leidet jeder Zweite, der in jungen Jahren nicht aktiv war, heute unter Rückenschmerzen. Und das Risiko, an Diabetes zu erkranken oder Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen, ist bei ihnen doppelt so groß wie bei Menschen mit bewegungsreicher Kindheit. Auch psychisch geht es kleinen Sportmuffeln als Erwachsene schlechter, wie die TK-Studie zeigt: Sie fühlen sich häufiger müde und schlapp, schlafen schlechter und leiden öfter unter Stimmungsschwankungen. Nur jeder Vierte mit einer bewegungsarmen Kindheit gab an, gesund zu sein und sich sehr gut zu fühlen – gegenüber 40 Prozent der Menschen, die als Kinder viel Sport getrieben haben. Doch die Folgen des Bewegungsmangels zeigen sich nicht erst, wenn die Kinder erwachsen sind: Heute klagt schon jedes dritte Kind gelegentlich über Rückenschmerzen, fast jedes zweite hat Haltungsschäden und nahezu jeder fünfte Grundschüler ist übergewichtig. "Kinder brauchen täglich mehrere Stunden Bewegung, um sich gesund zu entwickeln – hier sind auch die Schulen gefragt", sagt Voermans.
|
Bewegungspausen in der Schule
Von einer Stunde Sport am Tag ist die Realität an Deutschlands Schulen jedoch weit entfernt. Deshalb rät Voermans Lehrern, zumindest kleine Bewegungspausen in den Unterricht einzubauen, um eine müde Klasse wieder in Schwung zu bringen. Im Rahmen der gemeinsamen Initiative "Rückhalt für Deutschland" hat die Techniker Krankenkasse dafür mit Bestseller-Autor Professor Dr. Dietrich Grönemeyer ("Mein Rückenbuch") und Sportwissenschaftlerin Professor Dr. Renate Zimmer das Paket "Fit zum Lernen" mit Unterrichtsmaterialien entwickelt. Interessierte Lehrer, Schulleiter und Eltern können die Broschüre und die Unterrichtskarten mit Übungs- und Spielvorschlägen unter www.tk-online.de kostenlos bestellen. Für Familien, die mehr Bewegung in ihren Alltag bringen möchten, bietet die TK zudem das Wochenendprogramm "Familienbande" an. Dort lernen Eltern und Kinder gemeinsam, wie sie alte Sportmuffel-Gewohnheiten ablegen können – sie spielen mit einem Schwungtuch, lauschen Entspannungsgeschichten oder lernen, wie sie ihren Rücken entlasten können. Genaue Informationen zu dem Kursprogramm und zur Anmeldung gibt es unter www.tk-online.de/gesundheitskurse.
|
|
(29.10.2008)
|
| Startseite Vorherige
Seite Impressum |
|
|