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Magazin - Gesundheit
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Ungesunde Ernährung, wenig Bewegung
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 |  | © Techniker Krankenkasse |
Wer besser verdient, treibt mehr Sport, ernährt sich ausgewogener und ist gesünder. Während fast jeder zweite Besserverdienende sagt, dass er sich sehr gut fühlt und gesund ist, trifft dies nur auf jeden vierten Geringverdiener zu. Ob Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – wer arm ist, hat in Deutschland ein deutlich höheres Risiko, an einem der großen Volksleiden zu erkranken. Dies zeigt eine gerade veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).
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"Hauptrisikofaktoren für viele Zivilisationskrankheiten sind eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel", sagt Dr. Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der TK. Und auch hier bestätigen sich die Unterschiede zwischen arm und reich. So greifen viele Geringverdiener öfter als viermal pro Woche zu Fastfood und Fertiggerichten, bei der Mehrheit der Besserverdienenden gibt es dieses "schnelle Essen" höchstens einmal wöchentlich. Auch der Fleischkonsum und der Anteil von fettem Essen sind bei Menschen mit geringen Einkommen deutlich höher.
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Auch gesunde Kost ist erschwinglich
Ähnlich sieht es in Sachen Bewegung aus: 28 Prozent der Gutverdiener gaben an, regelmäßig Sport zu treiben, mehr als viermal so viele wie bei den Geringverdienern. Zwei Drittel der Menschen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro gaben gar an, selten oder nie Sport zu treiben. Dies sagte nur jeder dritte Befragte mit einem Einkommen von mehr als 3.000 Euro. Egal, ob arm oder reich: Was eine gesunde Ernährung ausmacht, und dass Bewegung vielen Krankheiten vorbeugt, ist bekannt. Unterschiedlich sind wieder die Gründe, die einem gesünderen Lebenswandel im Wege stehen. So steht gesundes, vollwertiges Essen gerade bei Geringverdienern in dem Ruf, kostenintensiv zu sein. Jeder Zweite von ihnen gibt Geldmangel als Grund dafür an, warum er sich nicht gesünder ernährt. Dagegen nannte nur jeder zehnte Gutverdiener finanzielle Gründe, die gegen eine gesündere Kost sprechen. "Gesunde Ernährung ist auch mit kleinem Geldbeutel möglich", sagt dazu die TK-Gesundheitsexpertin Voermans. Sie rät: "Es ist deutlich günstiger, selbst zu kochen als zu Fertiggerichten zu greifen. Gesunde Vollkornprodukte von Mehl über Nudeln bis zu Brot und Brötchen gibt es inzwischen in jedem Supermarkt, genau wie erschwingliche Obst- und Gemüsesorten."
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Ausgewogene Bewegungsbilanz
 |  | © Techniker Krankenkasse |
Entscheidenden Einfluss auf das Bewegungsverhalten hat der Job. Besserverdiener, die meist im Büro arbeiten, sitzen den ganzen Tag am Schreibtisch. "Da ist der Drang, sich abends noch zu bewegen, größer als bei einem Gärtner oder Bauarbeiter, der seinen Körper schon bei der Arbeit stark fordert", sagt Voermans. Sie rät dennoch allen dazu, auf eine ausgewogene Bewegungsbilanz zu achten. "Wird der Körper im Job sehr einseitig gefordert, ist es wichtig, sich insgesamt fit zu halten. Nur so kann man der Belastung auf Dauer standhalten. Zudem nehmen inzwischen in vielen Jobs Maschinen den Menschen die harte körperliche Arbeit ab. So verbringt etwa ein Kran-, Laster- oder Gabelstaplerfahrer auch den ganzen Tag im Sitzen. Für sie ist ein Ausgleich genauso wichtig wie für die Bürojobber", so die Ärztin. Am häufigsten nennen einkommensschwache Menschen Krankheiten oder körperliche Einschränkungen als Grund dafür, dass sie keinen Sport treiben. Wie die Studie zeigt, leiden sie insbesondere unter Rückenbeschwerden (47 Prozent der befragten Geringverdiener geben dies an), Schlafstörungen (38 Prozent), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (25 Prozent) und Übergewicht (24 Prozent). Voermans: "Bei allen genannten Beschwerden und Erkrankungen ist regelmäßige Bewegung nicht nur gut möglich, sondern auch besonders wichtig. Es gibt zahlreiche Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Wassergymnastik oder Radfahren, bei denen sich die Belastung gut dosieren lässt, die gelenkschonend und einfach zu erlernen sind."
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Einfluss des Bildungsniveaus
Neben dem Einkommen hat auch das Bildungsniveau in Deutschland einen entscheidenden Einfluss darauf, wie gesund jemand ist, wie viel er sich bewegt und ob er eher zu Fastfood greift oder sich ausgewogen ernährt. Je besser die Bildung, desto gesünder der Lebenswandel. Die Techniker Krankenkasse plädiert deshalb dafür, in den Grundschulen – wo man alle Kinder noch gemeinsam erreichen kann – ein Schulfach Gesundheit einzuführen. "Eine vierjährige Untersuchung in Hamburg hat gezeigt, dass sich Gesundheitsunterricht positiv auf das Verhalten der Kinder auswirkt. Die Schüler greifen seltener zu ungesunden Lebensmitteln, spielen mehr draußen und gucken weniger Fernsehen. Sie sind weniger gestresst und fühlen sich insgesamt wohler als Kinder, die keinen Gesundheitsunterricht hatten", sagt Voermans. Sie betont jedoch, dass es wichtig sei, die gesamte Lebensumwelt der Kinder in die Prävention einzubeziehen, neben dem Unterricht also das gesamte System "Schule" sowie die Familien und Gemeinden. Schulen, die sich dafür einsetzen, den Schulalltag gesünder zu gestalten, fördert die TK mit bis zu 5.000 Euro. Unterstützt werden zum Beispiel Schulinitiativen, die sich für mehr Bewegung, eine gesunde Ernährung und Sucht- oder Gewaltprävention stark machen – wichtig ist nur, dass die ganze Schule an einem Strang zieht. Über 300 Schulen und Kindergärten haben bereits teilgenommen. Lehrer, Schulleiter und Eltern, die sich für das Projekt "Gesunde Schule" interessieren, können sich unter www.tk-online.de/gesundeschule informieren.
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(01.07.2008)
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