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Magazin - Gesundheit

Impfen: Damit aus Reisefieber kein Gelbfieber wird

Impfen: Damit aus Reisefieber kein Gelbfieber wird
© Techniker Krankenkasse

Der Winter war zwar mild, aber lang, die Preise für Fernflüge sind so günstig wie nie zuvor und der Dollarkurs ist seit Monaten auf niedrigem Niveau. Vieles spricht dafür, im nächsten Urlaub nach Weitweitweg zu verreisen. Doch in anderen Ländern warten nicht nur andere Sitten, sondern auch besondere Gesundheitsrisiken. Deshalb rät die Techniker Krankenkasse (TK), bei der Reisevorbereitung auch an den Impfschutz zu denken. Seit Mitte letzten Jahres übernehmen viele Krankenkassen die Kosten für die Impfungen bei privaten Auslandsreisen.

Spätestens vier bis sechs Wochen vor dem Abflug sollte man sich bei seinem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt über die für das jeweilige Reiseziel notwendigen Impfungen informieren. "Wenn gegen mehrere Infektionskrankheiten geimpft wird, müssen zum Teil mehrwöchige Abstände eingehalten werden, zum Teil sind mehrere Impfungen notwendig, um einen optimalen Impfschutz zu erzielen", erklärt Maik Findeisen, Arzneimittelexperte bei der TK. "Aber auch kurzentschlossene Urlauber sollten auf den Impfschutz nicht verzichten, auch kurz vor dem Abflug lohnt sich die Injektion noch."

Empfehlungen der Kommission

Zu den häufigsten Reiseimpfungen gehören die Immunisierungen gegen Hepatitis A und B, Cholera, FSME Zecken-Hirnhautentzündung, Meningokokken-Meningitis, Tollwut, Typhus, Japanische Enzephalitis, Gelbfieber sowie die Malaria-Prophylaxe mit Tabletten. Grundlage für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse sind die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut in Verbindung mit den Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes. Deshalb ist es wichtig, das jeweilige Reiseziel auf der Rechnung für die Krankenkasse zu vermerken. Erstattet werden die Kosten für den Impfstoff abzüglich der gesetzlichen Arzneimittelzuzahlung sowie für das ärztliche Honorar.

Welche Impfung für welches Land?

  • Hepatitis A und B: Risikogebiete: Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika, Süd- und Osteuropa. Wird als Kombinations-Impfung angeboten, empfehlenswert ist insbesondere der Schutz gegen Hepatitis A. Drei Injektionen, davon zwei im Abstand von 28 Tagen, eine dritte nach sechs Monaten.

 

  • Tollwut: Risikogebiete: unter anderem im tropischen Afrika, Indien, Sri Lanka, Thailand, Vietnam, Nepal und Bangladesch; besonders Kinder sind gefährdet, da sie die Gefahr schlecht einschätzen können. Zur Grundimmunisierung drei Impfungen innerhalb von 56 Tagen.

 

  • Typhus: Risikogebiete: Länder mit unzureichendem Hygienestandard, beispielsweise Nordafrika, indischer Subkontinent, Südostasien. Als Spritze (einmalige Injektion) oder als Schluckimpfung.

 

  • Gelbfieber: Risikogebiete: tropisches Afrika, Südamerika. In einigen Ländern bei Einreise vorgeschrieben. Impfung nur in autorisierten Gelbfieber-Impfstellen mit vorgeschriebener Dokumentation im Internationalen Impfausweis. Amtliche Gültigkeit beginnt zehn Tage nach der Impfung und endet nach zehn Jahren. Einmalige Injektion.

 

  • Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis): Risikogebiete: beispielsweise Sahelzone, Indien, Nepal. Einmalige Injektion.

 

  • Cholera: Nur bedingt empfehlenswert, da Hygienemaßnahmen im Vordergrund stehen. Empfohlen wird sie bei besonders hohem Infektionsrisiko, beispielsweise für Entwicklungshelfer. Als Spritze oder als Schluckimpfung. Eine bis zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Wochen. Muss alle sechs bis zwölf Monate wiederholt werden.

 

  • Zecken-Hirnhautentzündung (FSME): Risikogebiete: beispielsweise Deutschland (Baden-Württemberg, Teile von Bayern, einzelne Landkreise in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz), Elsass, Polen, Österreich, Schweiz, Ungarn, Skandinavien, Norditalien, Balkan, Russland, Lettland, Litauen, Albanien, Tschechien und Slowakei. Zwei Spritzen innerhalb von 28 bis 90 Tagen, eine dritte Injektion nach neun bis zwölf Monaten.

 

  • Malaria-Prophylaxe: Risikogebiete: Afrika, Asien, Mittelamerika und Karibik, naher und mittlerer Osten, Ozeanien, Südamerika. Vorbeugende Tabletteneinnahme.

 

Weitere Informationen zum Thema bietet die Broschüre "Reisefieber" der TK, die unter www.tk-online.de zum kostenlosen Download verfügbar ist. Dort finden sich in der Rubrik "Urlaub & Reisen" zudem Informationen zu den häufigsten Reisezielen.

(07.05.2008)

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