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Magazin - Gesundheit

Wenn der Job den letzten Nerv kostet: Immer mehr Berufstätige sind ausgebrannt

Wenn der Job den letzten Nerv kostet: Immer mehr Berufstätige sind ausgebrannt
© Techniker Krankenkasse
Ein "Workaholic" zu sein ist heute fast ein Kompliment. Denn wer im Stress ist, ist gefragt. Richtig dosiert steigert Stress die Leistungsfähig­keit und kann geradezu beflügeln. Doch immer mehr Menschen in Deutschland geraten an ihre Belastungsgrenze. Die Techniker Kran­kenkasse (TK) verzeichnete unter ihren 2,5 Millionen versicherten Be­schäftigten im letzten Jahr rund 33.000 Krankschreibungen aufgrund von Überforderung, Unwohlsein und Ermüdung oder so genannten anderen Angststörungen.
Rechnet man die Daten auf die Gesamtbe­völkerung hoch, waren die Berufstätigen in Deutschland über acht Mil­lionen Tage aufgrund dieser Diagnosen krankgeschrieben. Ein beun­ruhigender Trend: Die Zahl der Krankschreibungen wegen Überforde­rung ist von 2005 auf 2006 um rund zehn Prozent angestiegen.

Auf Anzeichen achten

"Jeder Berufstätige sollte bei sich auf Anzeichen von Überforderung achten", rät Inga Margraf, Diplompsychologin bei der TK. Denn nicht nur Manager in Spitzenpositionen sind betroffen: Besonders gefährdet sind Menschen in sozialen Berufen, Beschäftigte in so genannten Sandwich-Positionen, die im Spannungsfeld zwischen zwei Hierar­chieebenen arbeiten, Schichtarbeiter mit häufig wechselnden Arbeits­zeiten, Berufspendler und berufstätige Eltern. "Die moderne Kommuni­kation mit Blackberry-Handy und Internet sorgt zudem dafür, dass man heute immer und überall erreichbar ist. So verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit, reine Entspannungsphasen werden immer kürzer", sagt Margraf.

Burnout - Vielzahl von Symptomen

Im schlimmsten Fall droht der Seelen-Infarkt - ein so genanntes Burn­out. Die Betroffenen sind ausgebrannt, erschöpft und fühlen sich inner­lich leer. Ein klar umrissenes Krankheitsbild gibt es dafür nicht - Bur­nout kann eine Vielzahl von psychischen und körperlichen Symptomen beinhalten und beginnt meist schleichend, wie Inga Margraf erklärt: "Anfangs sind die Betroffenen in ihrem Job noch sehr engagiert, sie halten sich für unentbehrlich und verleugnen die eigenen Bedürfnisse. Gleichzeitig haben sie nie Zeit, sind ständig müde und erschöpft. Und irgendwann merken sie, dass sie nicht mehr den gleichen Einsatz zei­gen können wie zuvor. Das bisherige positive Gefühl, alles schaffen zu können, weicht dem Frust, nicht genügend Anerkennung zu bekom­men und ausgebeutet zu werden. In der dritten Phase treten Schuldge­fühle, Selbstzweifel sowie ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit auf. Viele Betroffene werden aggressiv, reizbar und misstrauisch und leiden unter Konzentrations- sowie Gedächtnisschwächen. Hinzu kommen oft körperliche Beschwerden wie Schlaf- und Verdauungsstö­rungen, Kopfschmerzen, Gewichtsschwankungen und sexuelle Prob­leme."

Work-Life-Balancing-Kurse

Im Vergleich zu ihrem früheren Auftreten sind Menschen mit Burnout­-Syndrom in der letzten Phase kaum wiederzuerkennen - und der Weg zurück in einen gesunden Arbeitsalltag ist steinig. Deshalb sei es um so wichtiger, sich selbst zu beobachten, sensibel auf die frühen Anzei­chen eines Burnouts zu achten und dann schnell gegenzusteuern, rät Margraf.

 

Zusammen mit dem Hamburger Institut für Burnout-Prävention bietet die TK jetzt bundesweit in getrennten Gruppen "Work-Life-Balancing"-­Kurse für Männer und Frauen an, die sich im stressigen Alltag zwi­schen Beruf und Familie aufgerieben und ausgebrannt fühlen. Ziel ist, dass die Betroffenen lernen, wie sie mit modernem Zeitmanagement Job und Familienalltag ins Gleichgewicht bringen können. Denn schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, Stress abzubauen und Zeit für Erholung zu gewinnen.

  • Termine und Informationen zur Anmeldung gibt es unter www.tk-online.de im Internet unter dem Suchwort "Balancing" und beim Institut für Burnout-Prävention (E-Mail: kontakt@ibp-hamburg.de, Telefon 040/64 08 92 65).
  • Weitere Tipps, wie man Stress in den Griff bekommt, bietet die Broschüre "Der Stress", die kostenlos in jeder TK-Geschäftsstelle erhältlich ist und unter www.tk-online.de heruntergeladen werden kann (Suchwort "Broschüren").

(17.12.2007)

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