Nachlese zur Telefonaktion am 18. März

Das fragten die Anrufer – so antwortete der Experte

Expertenrat zum Thema Wadenkrämpfe - Rufen Sie an

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Bei unserer Telefonaktion zum Thema Wadenkrämpfe, Muskelverspannungen und Magnesium holten sich die Anrufer kostenlos Rat beim Experten Dr. Jörg Hüve. Lesen Sie hier seine Antworten zu einer Auswahl wichtiger Fragen. Besonders groß war das Interesse in Bezug auf nächtliche Wadenkrämpfe und den Mineralstoff Magnesium.

Wie muss ich bei einem nächtlichen Wadenkrampf reagieren, damit er rasch abklingt?

Wichtig ist, dass Sie schnell handeln, damit der Krampf sich nicht über den gesamten Muskel ausbreitet. Als Soforthilfe wirkt das Dehnen der Muskulatur: Stützen Sie sich im Stehen an der Wand ab, stellen Sie das krampfende Bein eine Schrittlänge nach hinten, und drücken Sie dann die Ferse fest auf den Boden. Alternativ können Sie sich bewegen und umherlaufen, dadurch wird die verkrampfte Muskulatur entlastet. Auch eine Massage der betroffenen Wade kann helfen.

Ich sitze sehr viel und bekomme oft Wadenkrämpfe. Wie kann ich vorbeugen?

Achten Sie auf bequemes Schuhwerk, damit Sie Ihre Zehen zwischendurch bewegen können. Legen Sie wenn möglich die Füße immer mal wieder hoch. Kreisen Sie wiederholt mit den Füßen, stehen Sie regelmäßig auf und gehen Sie durch den Raum. Trinken Sie ausreichend, damit Ihr Mineralstoffhaushalt ausgeglichen ist. Vorbeugend gegen die Wadenkrämpfe können Sie auch Magnesium einnehmen. Sollte aber keine Besserung eintreten, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Welche Rolle spielt Magnesium bei Wadenkrämpfen?

Magnesium ist unverzichtbar für gesunde Muskeln. Falls Sie immer wieder unter Wadenkrämpfen leiden, könnte ein Mangel an dem wichtigen Mineralstoff die Ursache sein. Um diesen Zusammenhang auszuschließen, sollten Sie eine Zeit lang ein hochwertiges Magnesiumpräparat aus der Apotheke einnehmen. Nebenwirkungen sind dabei nicht zu befürchten.

Durch die viele Arbeit am Schreibtisch sind meine Nackenmuskeln extrem verspannt. Was kann ich dagegen tun?

Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich sind fast immer auf Fehlbelastungen oder Fehlhaltungen zurückzuführen. Diese können langfristig zu schmerzhaften Muskelverhärtungen führen. Versuchen Sie, die Muskeln mit Dehnübungen, Einreibungen, Wärmeanwendungen oder Massagen zu lockern. Als Ausgleich zur Bürotätigkeit sollten Sie außerdem möglichst viel Bewegung in Ihren Alltag einbauen.

Hilft Magnesium auch bei Migräne?

Untersuchungen konnten zeigen, dass Migräne-Patienten häufig unter einem niedrigen Magnesium-Spiegel im Gehirn leiden. Die gleichen geringen Magnesiumwerte fanden sich bei den Betroffenen auch im Blut, Speichel und Nervenwasser. Experten gehen deshalb heute davon aus, dass Magnesiummangel eine mögliche Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt. Entsprechende Studien mit Migränepatienten weisen darauf hin, dass eine vorbeugende regelmäßige Einnahme von täglich zweimal 300 mg Magnesium (zum Beispiel Biolectra Magnesium 300 mg Direct) die Häufigkeit und Intensität von Migräne-Attacken verringern kann.

Sollte ich als Diabetikerin zusätzlich Magnesium einnehmen?

Das wäre tatsächlich zu empfehlen. Denn Diabetiker leiden häufig unter Magnesiummangel, weil sie krankheitsbedingt vermehrt Magnesium über den Urin ausscheiden. Dadurch können sich die Zuckerwerte verschlechtern, weil der Mineralstoff für die richtige Wirkung des Insulins benötigt wird. Auch das Risiko für Diabetes-Folgeschäden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Netzhautschäden steigt bei Magnesiummangel.

Vor der Menstruation leide ich stark unter Spannungsgefühlen in der Brust und Bauchschmerzen. Können natürliche Mittel wie Magnesium die Beschwerden lindern?

Ein Therapieversuch mit Magnesium kann sich lohnen. Tatsächlich wurde bei Frauen, die regelmäßig unter dem sogenannten prämenstruellen Syndrom leiden, ein verringerter Magnesiumspiegel gefunden. Eine Studie konnte zeigen, dass regelmäßige Magnesiumgaben eine Verbesserung der typischen Symptome wie Unterleibsschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen oder Übelkeit bewirken.

Seit geraumer Zeit fühle ich mich enorm gestresst. Die Belastung zurückzuschrauben ist jedoch im Moment schwierig. Kann Magnesium eigentlich auch die Nerven etwas beruhigen?

Das ist durchaus möglich. Eine ausreichende Magnesiumzufuhr ist gerade in Stresssituationen sehr wichtig, denn der Mineralstoff dämmt die Erregungsweiterleitung im Nervensystem. Auch durch Stress verursachte Muskelverspannungen werden durch Magnesium gebessert. Je stärker der Stress, desto mehr Magnesium wird vom Organismus benötigt. Wer wie Sie ständig unter Strom steht oder auch privat hoher Anspannung ausgesetzt ist, sollte seinen Magnesium-Bedarf im Blick behalten. Denn in besonderen Belastungssituationen kann es zu einer vermehrten Magnesium-Ausscheidung kommen – damit verliert der Körper genau jenen Stoff, der als „Anti-Stress-Mineral“ so dringend benötigt wird.

Ist Magnesium auch für die Herzgesundheit wichtig?

Ja, für ein gesundes Herz ist Magnesium von großer Bedeutung – denn es spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung einer normalen Pulsfrequenz. Deshalb wird Magnesium auch häufig bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Ich habe gehört, dass Magnesium besonders für Sportler wichtig sei. Stimmt das?

Das ist richtig. Sportler haben einen deutlich erhöhten Magnesiumbedarf. Dies liegt hauptsächlich daran, dass Magnesium im Energiestoffwechsel eine ganz entscheidende Rolle spielt. Ein weiterer Punkt ist das Schwitzen beim Sport: Mit dem Schweiß gehen dem Körper wertvolle Mineralstoffe verloren – darunter auch Magnesium.

Gibt es Lebenslagen, in denen man mehr Magnesium braucht?

Grundsätzlich haben neben Sportlern auch Heranwachsende, Menschen unter Stress, Schwangere und Stillende sowie Diabetiker einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Aber oft ist es nicht nur in solchen Fällen sinnvoll, die körpereigenen Speicher mit einem geeigneten Magnesiumpräparat zu füllen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Wie viel Magnesium sollte ich pro Tag zu mir nehmen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene eine tägliche Zufuhr von mindestens 300 mg Magnesium. Im Alltag ist es jedoch nicht immer leicht, auf diese Menge zu kommen – dafür muss die Ernährung schon sehr ausgewogen sein. Für viele Menschen ist daher die zusätzliche Einnahme eines Magnesiumpräparats sinnvoll.

Wie viel Magnesium brauchen Schwangere und Stillende?

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Magnesiumbedarf, da das Ungeborene bzw. der Säugling über die Mutter mit Magnesium versorgt wird. In der Schwangerschaft liegt der Tagesbedarf bei 310-350 mg Magnesium, stillende Mütter sollten täglich 390 mg Magnesium aufnehmen.

Welche Lebensmittel sind reich an Magnesium?

Bekannt für ihren hohen Magnesiumgehalt sind vor allem Sonnenblumenkerne, Nüsse und Kakao. Essen Sie am besten Zartbitterschokolade, sie hat den höchsten Kakaogehalt. Auch Bananen liefern den wichtigen Mineralstoff. Um Ihren täglichen Bedarf allein mit der beliebten Südfrucht zu decken, müssten Sie allerdings eine ganze Staude verzehren. Wenn Sie regelmäßig viel Rohkost und Vollkornprodukte essen sowie weitgehend auf industriell verarbeitete Nahrungsmittel verzichten, haben Sie schon eine ganze Menge für Ihren Magnesiumhaushalt getan.

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Eingestellt am: 18. Februar 2019